Shakespeare & Hathaway
 
Hallo Bloggs. Die Briten gelten allgemein als die Vorreiter in Sachen Krimis. Hier hat alles seinen Ursprung, bevor der Siegeszug rund um die Erdkugel begann. Mit der segensreichen Erfindung des TV wurde die Palette erweitert, dem Buch folgten die Serien. Zunächst erst in den Kinos, nun aber seit Jahrzehnten in der heimischen Glotze. Ob im normalen Programm oder in den Streamingdiensten, es wird gemeuchelt und gemordert, was irgdendwie möglich ist. Seit geraumer Zeit gibt es ja auch diese Regionalkrimis, welche im Prinzip nichts anderes als versteckte Werbung für die jeweilige Region ist.
Nun ja, auch auf der Insel folgt man diesem Trend und Shakespeare & Hatahway gehören ohne Zweifel dazu. 
 
 
Es ist eigentlich nichts Besonderes. Die Serie geht nun in Großbritannien in die fünfte Staffel, im deutschen TV konnte man bislang erst drei davon bestaunen. Glaube ich. Es ist der übliche Mix, ein Ex-Cop und ein Ex-Friseurin gründen eine Privardetektei und lösen die Fälle in nur 45 Minuten. Dabei sind die zum Teil tolpatschigen Ermittler natürlich erfolgreicher als die Polizei. Weil die ist nämlich noch tolpatschiger. Es ist Mainstream pur, die Sendungen sind spätestens einer halben Stunde später vergessen. 
Das einzig Interessante bei dieser Serie ist der Drehort, beziehungsweise der Ort der Handlungen. Schon beim Namen Shakespeare werde einige Ohren steif, das kennt ich doch. Und richtig. Das war doch der weltberühmte Dichter und Schreiberling, er wurde in Stratford-upon-Aven geboren. Und da spielt auch die Serie, in dem Städtchen und in der Umgebung. Allerdings hat man etwas geschummelt, das Büro des umtriebigen Duos wurde nach Warwick verlegt, wegen der Drehkulisse. Denn das ehemalige Militärhospital des Lord Leycester ist geradezu ideal. Erbaut 15. Jahrhundert ist es ein Traumspot für Mittelalterfans. Es war auch der Grund für meinen Trip nach Warwick.
 
 
Diese Szene zeigt zwei Klienten des Ermittlerduos, die im Innenhof warten. Im Hintergrund die Treppe aufwärts zum Büro. Diese Location hat mich begeistert. Als ich zum ersten Mal diese Sendungen sah habe ich entschlossen, da fahr ich hin. Innerhalb von Minuten findet man ja solche Sachen heuzutage raus, das ist ja kein Problem. 
 
 
So sieht es also im Normalzustand aus. Es gibt es also wirklich. Keine Papp- und Holzkulisse, alles pur.
 
 
12,-- £ kostet der Eintritt und man bekommt auch einen Flyer auf Deutsch. Die etwas ältere Dame im Shop erklärte mir voller Stolz, sie habe auch in einem Film mitgewirkt. Für ungefähr zehn Sekunden. Es wurde einfach jemand gebraucht, der für einen kurzen Augenblick im Hintergrund in der Küche werkelte. Da das Hospital während der Dreharbeiten geschlossen ist, stand genug Personal zur Verfügung. In der Serie geht es also die Treppe hoch und diesen Gang entlang, am Ende ist dann das Büro. Die Dreharbeiten für die Büroszenen wurden allerdings in einem Studio gedreht.
 
 
Wer sich für einen Besuch entschließt sollte mindestens 90 Minuten einplanen. Das gesamte Hospital ist geteilt, in einen Besucherteil und einen geschlossenen Teil. Ursprünglich wurde es für Kriegsversehrte gebaut und damit war man Vorreiter auf der ganzen Welt. Auch heute noch leben einige Veteranen dort, die Konflikte dieser Welt hören ja nicht auf. Die meisten Exsoldaten leiden an PTBS, also posttraumatische Belastungsstörungen. Diese Leute bekommt man aber nicht zu Gesicht.
Im Besucherteil kommt man durch verschiedene Ausstellungsräume, welche vorbildlich renoviert und konserviert sind. Ausgestattet sind die kleinen Säle mit Möbel aus der Gründerzeit des Hospitales. Längst ist das Gebäude in der Liste des National Trust eingetragen, eine der größten Organisationen zum Natur- und Denkmalschutz in Europa. Sitz in Großbritannien.
 
 
Das Lord Leycester Hospital liegt heute mitten in der Stadt, damals war es am Stadtrand. Es beeindruckt in seiner Größe und des Gesamtbildes. Heute noch kann man im Speisesaal zu Mittag essen oder bei schönem Wetter außerhalb einen Kaffee trinken. 
 
 
Die etwas andere Straßensicht mit der bereits im 12. Jahrhundert erbauten Kirche. Diese gehört zum Hospital dazu und wird auch heute noch genutzt. Es ist insgesamt ein beeindruckendes Areal, einfach so mitten in der Stadt. Seit meinem Besuch gehört das Lord Leycester Hospital zu meinen historischen TOP drei. Einfach toll. Man sieht, zusammen mit dem Warwick Castle kann man hier einen konpletten Tag verbringen und tief in das englische Mittelalter eintauchen. Es hätte mich nicht gewundert wenn Richard Lionheart oder der junge Herman VIII. um das Eck geritten wäre.
 
Keep the faith.
RaMü.