
MHP Arena, Stuttgart. Samstag, 19. September 2026
Hallo Bloggs. Der Blick auf die Tabelle zeigt es, es wird eine harte Nuss am Samstag. Gegner Borussia Dortmund kommt mit einer tollen Auftaktbilanz; drei Siege ergeben neun Punkte. Punktgleich mit Überraschungstabellenführer SC Freiburg. Das nenn ich mal einen gelungenen Einstieg in die immer noch neue Saison. Anders dagegen der VfB. Drei Zähler stehen auf der Habenseite, nicht gerade berauschend. Vor allem die völlig unnötige Niederlage bei den "Hoppstern" und die Einschätzungen zum Spiel schlagen bei den Fans auf den Magen. Die Roten suchen immer noch die beste Spielanlage, denn die Abwehrschwächen sind unübersehbar. Also ich persönlich wäre schon mit einem 1:1 zufrieden. Danach kommt der erste Break der Spielrunde; gleich zwei volle Wochenenden hat Neubundestrainer Klopp dann Zeit, seine "neue" Nationalmannschaft zu sieben. Es wird und es hat schon Überraschungen gegeben. Kloppo eben. Sein strahlendes Dentistenlächeln kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, im Moment ist der deutsche Fussball nicht mehr erstklassig. Deniz Undav bekam als erster Akteur den neuen Kurs zu spüren, er wurde nicht nominiert. Dafür aber Finn Jeltsch, neben Mittlelstädt, Vagnoman und Führich. Der Ball ist rund und es kann bald wieder anders aussehen.

Der VfB ist ein Jungbrunnen. Ich fühlte mich gleich wieder so über drei Jahre jünger. Warum? Der VfB spielte fast wie unter Bruno Labbadia, damals in den wenigen Monaten bevor ein Sebastian Hoeneß dann den Trainerposten in Stuttgart übernahm. Nur mit dem Unterschied, Bruno hatte nicht diesen qualitativ hohen Kader zur Verfügung, damals waren die finanziellen Mittel fast lachhaft und er selbst war in taktischen Dingen, sagen wir mal, nicht ganz so flexibel. Und er hatte es wohl im zwischenmenschlichen Bereich nicht so.
Das alles hat sich geändert, aber so langsam nähern wir uns wieder an. Fakten. Nach vier Spieltagen hängt der VfB Stuttgart knapp über der Abstiegszone. Nur ein Sieg und ein für diese teure Truppe miserables Torverhältnis stehen auf der Habenseite. Es hagelte nun schon die erste Heimniederlage und erneut schaffte man kein Match ohne Gegentreffer. Diese Bilanz des Grauens hat am wenigsten mit Bredlow zu tun, er war die einzige personelle, positive Überraschung dieses Saisonauftakts. Die große Frage ist nun, was kann man in der überlangen Länderspielpause ändern? Mancher darf zu den Nationalmannschaften fliegen, andere Kandidaten müssen am Neckar bleiben.
Das Spiel gegen Dortmund war ein weiterer Rückschritt. Ok, es gab schon Chancen und ab und zu war es dann doch nett, mehr aber nicht. Was nützen Pfiffe gegen Anton und wenn unser Strafraumtürsteher Chabot den Guirassy rasiert, wenn der Rest unterhalb der Möglichkeiten bleibt? Weit darunter. Himmelschreiende Fehlpässe im Mittelfeld, kaum Druck auf den Gegner, die Flügel zwar bestetzt und ständig gesucht, aber ohne Durchschlagskraft. Flanken hinters Tor, unterirdische Standards und einige Akteure mit deutlichen Defiziten. Das alles war zuviel, das alles war nicht zu kompensieren. Irgendwann fiel dann eben doch das 0:1, und es war unterm Strich knapp verdient. Leider. Man brachte alles, aber die Eingwechselten konnten das Blatt auch nicht mehr wenden. Mehr mit sich selbst beschäftigt, ebenfalls mit einer erschreckenden Fehlpaßquote, es wurden nur die Spieler getauscht, der Kick wurde nicht besser. Und die Sache mit Karazor möchte man uns doch bitte mal in aller Öffentlichkeit erklären. Nicht dass ich glaube, er könnte unsere Probleme lösen, aber langsam kommt mir das alles etwas erniedrigend vor. Das hat der dienstälteste Spieler und ehemalige Kaptän nicht verdient.
Die Sache im Mittelfeld mit Stiller und Prömel gerät immer mehr zum Flop. Es scheint nicht zu passen. Die Löcher sind unübersehbar, die Kreativität nach vorne eingegrenzt. Das stößt mir der Blitzverkauf von Chema richtig sauer auf. Immer hieß es, wir brauchen nicht verkaufen. Und dann das. Was ist eigentlich mit unseren Neueinkäufen los? Zusammen vierzich Mille auf der Bank, Sauer und Pejcinovic. Bei dem Exwolfsburger redete alles nur vom kommenden Nationalstürmer und bei Sauer wäre es mal an der Zeit für einen Einsatz vom Anpfiff weg.
Auf dem Heimweg redete alles über unseren Kapitän, er war in aller Munde. Leider wenig positiv. Manches war fürchterlich übertrieben, andere Aspekte durchaus berechtigt. Die Fragen und Nachfragen sind ok, in einer Region die seit einiger Zeit urplötzlich Sorgen hat. Die Standbeine Baden-Württembergs wackeln, in der Automobilindistrie und deren Zulieferer beginnt das Zittern und Abbauen von Arbeitsplätzen, der Maschinenbau verzeichnet seit Jahren einen Auftragsrückgang. Dann kommen die Leute trotzdem ins Stadion und dann das? Sagt das irgendjemand mal den Spielern?
Keep the faith.
RaMü.
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