
MHP Arena, Stuttgart. Donnerstag, 12. März 2026
Hallo Bloggs. Mit dem FC Porto kommt nicht unbedingt ein Wunschgegner an den Neckar. Ebenfalls 1893 gegründet kann der Verein eine stattliche Anzahl von Titeln vorweisen, mit nur einem Glasschrank ist es da nicht mehr getan. Nationale Titel in Masse, das hatte Celtic auch. Die portugisische Liga würde ich etwa Schottlands Premiership gleichstellen. Nur gibt es hier drei Giganten. Benfica, Porto und Sporting.
Was beeindruckt sind die internationalen Erfolge. Immerhin schon zwei Mal Weltpokalsieger. Das setzt den Gewinn der Champions League voraus, ebenfalls zwei Mal. In der Europa League war man auch schon erfolgreich, auch hier zwei Triumpfe. Allerdings ist das alles schon zumeist über zehn Jahre her und das macht etwas Hoffnung. Egal, auf jeden Fall sind die Jungs vom Douro brutal spielstark, die Teilnahme an der Europa League wird schon als Degradierung empfunden. Angesichts der Abwehrleistung des VfB in Mainz (!) dürfte sich die Offensive der Portugiesen schon auf einen tollen Abend freuen. So oder so. Ab diesem Zeitpunkt dieses Wettbewerbs geht es in die Vollen: Do or die. Weiter oder raus, das ist hier die Frage.

Oh je, da fehlt noch viel. Der VfB Stuttgart verliert das erste Achtelfinalspiel zuhause gegen den FC Porto mit 1:2 und dürfte sich ärgern, denn die Portugisen waren zu schlagen. Unabhängig vom Spielverlauf muß man den Gästen aber leider genau diesen Fussball attestieren, welche Südländer meistens halt so plegen. Jeden Körperkontakt dankend annehmen, oscarverdächtige Auszeiten und pro Einwurf eine Vorbereitungsphase von einer Minute. Wer international spielen möchte, muß halt mit dieser unschönen Art dieses Sportes klarkommen. Fakt. Porto präsentierte sich zwar als spielstarke Mannschaft, deren Erziehung aber in der Kabine geblieben war. Dieses Jubelarien vor der Cannstatter Kurve waren mehr als provozierend, mehr noch, es zeugte von Arroganz. Dagegen helfen immer nur Tore, aber dazu war der VfB nur stellenweise in der Lage.
Dabei begann es durchaus vielversprechend. Mit dem Anpfiff war man hellwach und berannte das Gehäuse der Gäste, welche zunächst reichlich überrascht wirkten. Aber mit zunehmender Spieldauer kippte die Begegnung und der Lattentreffer von Gomes war die erste Annäherung an einen Gästetreffer. Der fiel dann prompt, es waren im Prinzip diese zehn Minuten, die den VfB das Spiel kosteten. Ein langer Abschlag von Nübel wurde abgefangen, ein tiefer Paß und danach ein Doppel, Moffi traf zum 0:1 und konnte seine Jubelarie feiern, in der Cannstatter Kurve. Nicht aufregen, hat Woltemade im Pokalendspiel auch gemacht. Es folgte eine weitere Phase der Schlampigkeiten, ein Querpass von Chabot wurde abgefangen, der Abwehrriegel ausgespielt und der erst achtzehnjährige Mora feierte seinen Treffer ebenfalls sehr provokant. 0:2, erst jetzt besann sich Stuttgart. Man hielt dagegen, gewann nun mehr Zweikämpfe, das Match wurde hitziger. Der 1:2 Anschlußtreffer von Fließbandtorjäger Undav der verdiente Lohn, der Pausenpfiff rettete den Gast vor dem Ausgleich.
Durchatmen. Nach dem Seitenwechsel der VfB dominanter, Porto bemühte sich nicht mehr um einen weiteren Treffer. Stattdessen dieses höchst unsportliche Zeitspiel, welches der Schiedsrichter nicht energisch unterband. Das spielte den Portugiesen in die Karten und endlich, in der 70. Minute bebte der Ground, Ausgleich. Ich persönlich jubele schon nur noch vorsichtig, ich warte immer erst an Anstoß ab. Und siehe da, der VAR wurde wieder fündig. Tor aberkannt, wegen Abseitsstellung von Tomas. Seltsamerweise war das der Bruch im Spiel der Hausherren, der Ground ergab sich, die Stimmung flaute ab. Und siehe da, Porto hatte urplötzlich noch Chancen auf das dritte Tor. Nübel aber erledigte seinen Job und es blieb beim 1:2.
Während des Spieles wurde auch über den Schiedsrichter aus Litauen diskutiert. Rumsas Donatas ist nicht unbedingt mehr ein Neuling in diesem Geschäft. Immerhin stehen 11 Spiele der Champions League und zwölf Begegnungen in der Europa League auf dem Konto. Zusätzlich 20 Partien in der Quali zu diesen Wettbewerben. Auch auf Länderspielebene hat man schon Erfahrung, 27 Spielleitungen von der Nations League bis "runter" zu U17 Europameisterschaften. Und da lässt sich dieser Mann von den Portugiesen so vorführen?
Und so endete dieses internationale Drama auf der Theaterbühne MHP Arena. Es war ein Stück in zwei Akten, vorgeführt von erstklassigen Darstellern aus dem Süden Europas und naiven Laienschauspielern im Brustring aus Deutschland und Umgebung. Aber es gibt ja noch eine zweite Aufführung und Wunder soll es immer wieder geben. Die Akteure des VfB müssen nur den Matchtext besser lernen und sogleich umsetzen. "Der Worte sind genug gewechselt, jetzt werden die Waffen, in diesem Fall TATEN, sprechen". William Shakespeare.

Und es wird Frühling ...

Auf jeden Fall mehr als Hoffenheim.
Keep the faith.
RaMü.
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