MHP Arena, Stuttgart.  Sonntag, 26. April 2026.
 
Hallo Bloggs.  Nach dem Pokalhalbfinale geht es in der Liga weiter und hier geht es schlichtweg um die Frage Champions oder doch "nur" Europa League. Nach dem erneuten Erreichen des Pokalendspieles in Berlin ist Europa nun zwar gesichert, aber es geht schlichtweg um die Mehreinnahmen. Champions League, das ist die Milchkuh, aus der die Scheinchen sprudeln, viel attraktiver und vor allen Dingen eines, man muß weniger Sonntags ran. Tja, und dann ist es wie immer. Man muss gewinnen. Bremen ist der scheinbar leichteste Gegner in einem toughen Restprogramm, da darf es bei aller Feiermüdigkeit keine Ausreden geben. Nur der Dreier bringt uns weiter.
 
 
Und jetzt spricht das "schwierige Umfeld". Es war zauberhaftes Frühlingswetter, froh gelaunte Familien schlenderten über den Wasen, genossen das Eis und mancher Familienvater verabschiedete sich dann in Richtung Arena, drückte dem weiblichen Familienchef noch gönnerhaft einen Schein in die Hand und machte sich auf zu einer Mannschaft, welche ja unbedingt in der kommenden Saison Champions League spielen will. Laut eigener Aussage wohlgemerkt. Wir sprechen vom VfB Stuttgart und nicht von Werder Bremen. Und was machen unsere Helden in kurzen Hosen? Man vergeigt die gefühlte achte Chance, für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Achtung, jetzt gehen wir knapp an die Anstandskante. Wer einen Stundenlohn deutlich über dem Mindestlohn bezieht, sollte in der Lage sein, seinen Job mit etwas mehr Ernst zu erledigen, auch in den Überstunden. Und da komme mir keiner mit dem Totschlagargument, der Donnerstagabend im Pokal war brutal. Und da wären wir wieder beim leidigen Thema, wir sind halt doch nur eine Fastspitzenmannschaft.
Ok. Ich fahre runter. Noch steht man auf Rang vier, der fünfte Platz ist ja auch noch immer in der Hoffnungslostrommel. Und die Europa League ist eh schon sicher. Aber die gesamte Saison über gibt es immer diese Aussetzer, diese unerklärlichen Pannen. Immer wieder schon fast an der Grenze zur Lachnummer. Die Fachpresse beschreibt die Partie zwischen dem Aspiranten zur Champions League und dem Aspiranten für die nächstjährige Bundesligsaison als zähe Angelegenheit, mit einer bisschen aktiveren zweiten Hälfte. Es war und blieb Stückwerk, mit nur ganz wenigen Highlights. Die Hausherren wirkten doch tatsächlich wie ausgebrannt, obwohl Trainer Hoeneß für frische Kräfte sorgte. Sogar Zagadou durfte mitmachen, aber nur eine Halbzeit. Sein Auftritt sorgte fast schon für Mitleid, dieser Einsatz war eindeutig zu früh. Bei seiner Auswechslung schon zur Halbzeit führte Bremen mit 0:1 und der VfB konnte bis zu diesem Zeitpunkt lediglich eine etwa zehnminütige Drangphase vermelden, mehr nicht. Das Gegentor nach einem Einwurf der Gäste wurde ermöglicht durch eine Kombination von Sorglosigkeit, Desinteresse und Gedankenlosigkeit. Mit der Einwechslung von Führich und Demirovic wurde nun endlich zum Sturm geblasen, es wurde druckvoller. El Khannouss, der schon im ersten Spielabschnitt mit einem Kopfball scheiterte bereitete mit einem Außenristpaß auf "Medo" perfekt vor, der Bosnier konnte per Kopf das 1:1 erzielen. Der unbedingte Willen zum Siegtor konnte aber nie so richtig gefühlt werden, es plätscherte vor sich hin. Neutrale Besucher hätten eher ein Vorbereitungsspiel denn ein Bundesligaspiel vermutet. Natürlich gab es noch ein paar Chancen, aber der Funke zündete nicht. Im Gegenteil, Werder hätte mit etwas Glück gar das 1:2 erzielen können, aber der Bremer Angreifer war von der urplötzlichen Chance dann doch zu überrascht.
Und wie so oft in dieser Spielrunde hat der VfB eine Möglichkeit verpasst. Nun kommt es eben am nächsten Samstag in Hoffenheim zum Showdown um die Teilnahme an der Champions League. Also dieses "Endspiel" hat sich der VfB selbst zuzuschreiben, aber keine Sorge, ich kenne unsere Jungs. Wir spielen 2:2 und dann kommt mit Leverkusen eben im letzten Heimspiel der nächste Konkurrent. The Show must go on! 
 
 
Entspannt vor dem Spiel, hinten beim PSV. 
 
 
Aber mit dem Anpfiff waren alle da. Ausverkauft, wie immer.
 
 
Ruhe und Enttäuschung nach dem Schlußpfiff.
 
Keep the faith.
RaMü.
 
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