
Zeitenwende
Hallo Bloggs. Bei zehn Jahren machen ein paar Tage hin oder her keinen großen Unterschied. Und so ist diese Post zwar nicht mehr brandheiß, aber dennoch nötig. Wenn ein Trainer zehn Jahre bei einem Fussballclub tätig ist, dann stimmt da was nicht. Die Überlebenschance ist deutlich geringer, manche müssen schon nach drei Monaten wieder gehen. Aber die Ausnahme bestätigt die Regel. Pep Guardiola verläßt Manchester City nach zehn Jahren, eine Saison vor Ablauf seines Vertrages. Diese Tatsache ist nicht besonders überraschend, mehrten sich doch schon der in der Liverpoolmeistersaison die Gerüchte und Vermutungen. Schon allein, dass ich Liverpoolmeistersaison schreibe, zeigt die Tatsache, dass City eben nicht Meister wurde. Für die meisten englischen Fussballfans zählt der Gewinn des nationalen Titels immer noch mehr, als der Gewinn der Champions League. Das liegt an ... , ich kann es nicht richtig beschreiben. Schnurz, es ist halt so.
Und da war Pep so richtig erfolgreich und in vielen anderen Dingen. Zwanzig Titel in zehn Jahren, kunterbunt gemischt. Es war alles dabei. Vom Ligacup bis zum Weltpokal. Alles. Man hat den Überblick verloren, man muß schon auf den Spickzettel schauen, welcher Titel in welchem Jahr errungen wurde.
Nun ist es passiert. Nicht nur der Manager geht, auch der Umbruch des Teams wurde schon in den letzten Jahren eingeleitet. Die bekannten Helden werden weniger, es wird übersichtlich. Es wird neue Namen geben, es werden neue Titel kommen. Der ganze Verein ist auf Erfolg getrimmt, die Basis ohne Zweifel dafür da.
Das Etihad Stadium wurde um etwa 7.000 neue Plätze erweitert, nun können maximal 61.000 Zuschauer die Heimspiele der "Citizens" besuchen. Die Fanbase wurde weltweit erweitert, was allerdings leider auch zu einem gewissen Umstand geführt hat. Die Anzahl der "Fussballtouristen" steigt unübersehbar, die Anzahl der Besucher mit prallvollen Einkaufstüten beim Heimspielen sind ein untrüglicher optischer Beweis. Aber das alles gehört zu einem international etablierten Club dazu, "global Britain" beim Fussball eben.
Nun ist der neue Manager an Bord und letztlich war es keine große Überraschung mehr, Enzo Maresca heißt der neue Mann. Optisch ändert sich nicht viel, Pep 2.0. Auch ist Enzo an der Ashton New Road kein Unbekannter, im Gegenteil. Für eine Saison trainierte er das U21-Team der "Skyblues" und nach einer kurzen Unterbrechung kehrte der Italiener zurück, für eine weitere Saoson war er Co-Trainer von Pep Guardiola. Das war 2022/23. Immerhin konnte Maresca auch einen Titel erringen, mit dem FC Chelsea gewann er die Conference League als auch die Club-WM. Die Herausforderung ist groß, aber das wäre bei jeden Kandidaten der Fall gewesen. Der neue Vertrag gilt für drei Jahre und man munkelt von einer Ablösessumme an Chelsea von etwa 20 Millionen €, dabei wurde Maresca an der Stamford Bridge schon im Januar entlassen. Auch diese Tatsache zeigt die Richtung des Profifussballs an. Aber keine Sorge, Enzo ist mit diesen zwanzig Milliönchen nicht der Rekordhalter in Sachen Ablöse für Trainer. Nein, den hält immer noch Julian Nagelsmann. Der Weißwurschclub von der Isar überwies 2021 schlappe 25 Mille an Salzburg-Nord, also hier sind wir immer noch Spitze. Bislang.

Der Oberrang der Nordtribüne im März gegen Nottingham. Nun ist alles fertig, der Bauplan sogar unterboten. So konnte das neue Prachtstück schon im letzten Heimspiel gegen Aston Villa eingeweiht werden. Die wahren Schätze sollen sich im Inneren verborgen halten, es soll ein wahrer Fussballtempel sein mit allerlei Schnickschnack. Vielleicht klappt es ja bald mit einem Besuch, ich peile das erste Heimspiel am Sonntag, 23. August gegen Bournemouth an. Mal sehen.
Keep the faith.
RaMü.