Ein laues Ende, oder nicht?

Hallo Bloggs.
 
Sind wir mal ehrlich. Also so richtig hat wohl keiner die Sau rausgelassen, nach dem Aufstieg. Ging ja auch nicht, ... Corona. Dafür ist uns immerhin eine solch bombastisch, peinliche Vorstellung wie 2017 erspart geblieben, wie sie auf dem Wasen und zuvor im Stadion geboten wurden. Da wurde der dritte Champions League Sieg in Serie gefeiert, gefühlsmäßig. Das Volk schreit nach Brot und Spiele, der VfB liefert. Also in diesem Jahr waren die Spiele manchmal unmöglich und das Brot "bockelhart". Dafür muss man sich nicht schämen, wenn man sich auch viel, viel mehr erhofft hatte. Denn es gibt da ein Beispiel aus dem hohen Norden. Der VfB hat immerhin den sofortigen Wiederaufstieg geschafft, wenn auch mit Ach und Krach. Großen Krach dürfte es nun an der Elbe geben, der weltweit bekannteste Verein der Welt, Hamburger mit Pommes kennt schließlich jeder, scheint in der zweiten Liga zu kleben, es hängt das Negativbeispiel Lautern und Sechzig in der Luft.
Ich habe am letzten Spieltag mehr auf andere Plätze geschielt, der VfB war ja durch. Die Freude über das letzte Gomeztor wurde durch eine letzte Heimniederlage getrübt, aber mehr Spannung gab es im Frankenland. Unter anderem. Fürth patzte, der Club versagte in Kiel und so bleibt der Stolz Badens in der zweiten Liga, auch ein kleines Wunder. Wer vier Punkte in den Heimspielen gegen die beiden Aufsteiger macht, hat den Klassenerhalt irgendwie auch verdient. Egal wer. Ob sich der FC Heidenheim die Chance auf die erste Bundesliga verdient hat, ist fraglich. Aber auch hier gilt, wer nach einer solchen Saison den dritten Platz belegt, darf ran. Aber ich glaube, das ist das Ende der Erfolgsgeschichte von "Heudna" ( Heidenheim ), in der kommenden Saison geht es wieder nach Aue, Fürth und Hamburg. Und an die Elbe geht es im Doppel. St. Pauli und der HSV nochmals in einer Saison, da wird sich mancher Fan so langsam die legendäre Hafenrundfahrt sparen, schon mehrmals absolviert.
Beim VfB kann man seit einer Woche planen, man gehört wieder zum elitären Kreis der Kicker in Deutschland. Allerdings ist die Stimmung längst nicht so aufgeputscht wie beim letzten Wiederaufstieg. Dafür war diese Spielzeit zu durchwachsen, zu typisch VfB. Der obligatorische Trainerwechsel, die beliebte vorzeitige Vertragsverlängerung des neuen Trainer kurz vor Saisonende, Spielertrennungen wie von Insua, all das zeichnet den VfB aus. Wenig durchdacht, mehr durchgemacht. Die Erinnerung an das letzte Desaster ist noch zu frisch, das ist der große Unterschied.
Auch trägt ohne Zweifel die Coronakrise dazu bei. Es fehlt eben doch etwas, selbst vor der Glotze wirkt alles steril, nicht nur der desinfizierte Ball. Zwar versucht man mit vorsichtigem Optimismus die Rückkehr zur Normalität, aber das wird noch dauern. Allen bösen Kommenaren zum Trotz hat die DFL es geschafft. Die Spiele wurden in einem Gewaltakt durchgezogen, Dresden gar in eine fast unwürdige Punkthatz gepresst. Deutschland galt als Vorbild und hat den TV-Übertragungen an den ersten Spieltagen eine überragende Einschaltquote beschert, weltweit. Man hat die Voraussetzungen für einen geordneten Ablauf geschaffen, mehr nicht. Selbstverständlich war alles gefühlslos, so kam es auf jeden Fall rüber. König Fußball braucht kein Volk, wir haben trotzdem unseren Palast. Aber letztlich haben fast alle mitgemacht. Der größte Kritiker schaute dann verschämt im Kämmerlein seinen Club an, trotzdem.
In Sachen Kaderplanung wird man in Stuttgart hoffentlich noch reagieren. Es gibt ja einige Unklarheiten. Nummero eins auf der Prioliste dürfte der Torwart sein, dann aber dahinter noch einge Feldspieler. Ich hoffe nur, das unser "Chefeinkäufer" mit der Aussage über die Bundesligatauglichkeit des bestehenden Kaders eine Nebelkerze gezündet hat. Denn ich habe da so meine Bedenken. Ansonsten gilt: IN MISS WE TRUST.
 
Keep the faith
RaMü