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Null Bock
Hallo Bloggs. Nun also hat sie begonnen, die "beste" Fussballweltmeisterschaft aller Zeiten. Nun, das wird vor jedem Turnier behauptet, zumindest bei der Teilnehmerzahl stimmt es. Sind es 2026 noch 48 Mannschaften, so tippe ich in vier Jahren auf 61. Geht nicht. Keine Angst, die findigen Herren um Weltchef Infantino finden schon einen Spielplan, um das gerade zu biegen.
Man sieht an diesen Worten, ich habe mich innerlich von solchen Veranstaltungen schon lange verabschiedet, aus verschiedenen Gründen. Das sieht man auch oben am Banner, normalerweise gehören ja auch Mexiko und Kanada dazu, aber die USA dominieren nicht nur die politischen Schlagzeilen. Sport war schon immer politisch, also auch der Fussball. Allein die beiden letzten Turniere waren schon ein Fingerzeig, in welche Richtung es geht. 2014 besetzt Russland die Krim und östliche Teile der Ukraine und vier Jahre später zeigt sich eben dieses Russland als äußerst friedliebend, die Welt zu Gast und alles ist im grünen Bereich. Ähnlich wie den olympischen Spielen 1936. Die WüstenWM in Katar war ja noch krasser. Money goes around, anders funktioniert das nicht. Keine Tradition, keine Fussballnation, keine Stadien, brütend heiß, kurz vor Weihnachten. Scheißegal, die Diplomatie der prall gefüllten Konten funktioniert besonders gut in der glutheißen Sonne Arabiens. Aber wir Deutsche sollten eigentlich ruhig sein, schon das Sommermärchen 2006 umhüllt ein gewisses Unbehagen. Bis heute kann man sich das spurlose Verschwinden von mehreren Millionen Euro nicht so richtig erklären.
Auch sportlich hält sich die Vorfreude in Grenzen, sehr enge sogar. So ist man 2018 und 2022 in der Vorrunde ausgeschieden, da gehört man längst nicht mehr zu den Favoriten. Mit wem auch?
Und damit wären wir schon bei einem der Streitpunkte im Vorfeld der WM. Es gab in meinen Augen mehrere seltsame Einberufungen, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Selbstverständlich hat man es nicht leicht, wenn es gefühlte 50 Millionen Bundestrainer gibt und jeder Fan einen oder gar mehrere Spieler seines Lieblingsvereines in "The Mannschaft" sehen möchte. Andersrum, zwei Nominierungen stoßen mir gewaltig auf. Man kann sich die Namen denken, Neuer und Sane'. Da baut man mit Baumann eine neue Nummer eins auf und schwupp, urplötzlich genügt einem diese Personalie nicht mehr. So kurz vor der WM dann der Sinnungswandel, Neuer muß wieder ins Tor. Sollte man sportliche Aspekte noch finden, von mir aus. Aber jeder in einer Führungsposition in der deutschen Wirtschaft kennt die Auswirkungen, wenn ich meine Grundsätze ständig ändere, verändere ich auch meine Position, mein Standing bei meinen Mitarbeitern. Und zwar in Richtung nach unten. Ich unterlaufe meine Glaubwürdigkeit, meine selbst erstellten Leitlinien und schwäche somit die gesamte Gemeinschaft und das Vertrauen. So auch in Sachen Sane'. Also hier ist der Satz von unserem ehemaligen Fussballkaiser auf den Gipfel getrieben. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Gestern war das absolute Leistungsprinzip noch das Maß der Dinge, heute und morgen ist es egal. Man sieht, ich bin kritisch. Das darf ich sein, steht im Grundgesetz.
Und das alles erklärt mein sinkendes Interesse an der WM. Ich war nicht mal beim vorletzten Vorbereitungsspiel auf deutschem Boden, und das war in Stuttgart. Es war mir einfach zu blöd. Die Pressekonferenz danach war der Hammer. Da wird der erfolgreichste deutsche Torjäger zu einem Zwanzigminutenstürmer degradiert, öffentlich. Hier wurde gegen alle Grundsätze verstoßen, grausamer geht's nicht mehr.
Bis gestern habe ich nicht mal den genauen Termin des ersten deutschen Spieles gekannt, ein Kumpel hat mich dann in seinen Keller eingeladen. Vermutlich schaue ich es mir mit Freunden vom hießigen VfB-Fanclub an. Da sitzen wir dann bei kühlem Bier und Radler, naturtrüb, mit VfB-Schals und Postern an den Wänden und schauen Deutschland. Schön bunt, schön wild, grauenhaft schön. Irgendwann ist auch dieses Gedöns vorbei und dann beginnt wieder der richtige Fussball, im Verein.
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Vorbereitung zum offiziellen Team-Foto der deutschen Nationalmannschaft. "Black is back". Der beste deutsche Torschütze kehrt zu den Wurzeln zurück. Zurück in die gute, alte Zeit, als alle Fussballschuhe noch schwarz waren. PRETTY KICK ASS GOOD. Und nicht diese Schickimickieprotztreter in den unmöglichsten, schrillen Farben. Leute, es etwas mehr Tradition bitte. Mal sehen, ob er bei einem Zwanzigminuteneinsatz auch schwarz trägt?
Keep the faith.
RaMü.