
MHP Arena, Stuttgart. Samstag, 04. April 2026
Hallo Bloggs. Auf ins nächste Endspiel. Es gibt verschiedene Meinungen. Manche sagen, wenn wir noch gegen die meisten Mitbewerber um die Champions League spielen, haben wir alles in eigener Hand. Die defensiven und etwas vorsichtigeren Mitbürger argumentieren, jetzt können wir fast alles noch vergeigen. Damit ist vermutlich der "Absturz" auf den Platz zur Conference League gemeint. Das ist aber alles egal, der Spielplan ist nun halt so, wie er ist.
Spiele gegen Dortmund versprechen zumindest immer Spektakel. Dazu kommen natürlich noch gewisse Reizthemen aus der jüngsten Vergangenheit. Ein ehemaliger Abwehrspieler des VfB hat vermutlich nicht mit dem Shitstorm gerechnet, der sich über ihn entladen würde, wenn er nach dem roten Treueschwur urplötzlich ein paar Tage später doch liebend gerne vor der "Süd" spielen möchte. Das hängt heute noch nach.
Sportlich gesehen braucht man vor dem heutigen BvB nicht mehr so in Ehrfurcht erstarren. Eben unser VfB ist ein mehr als ebenbürtiger Gegner, die letzten Begegnungen sind ein stichhaltiges Indiz. Dazu kommt noch der Heimvorteil. Eines ist klar, ein Sieg über Dortmund und anschließend ebenfalls daheim über den HSV würde den momentanen Platz festigen und gleichzeitig für mehr Optimismus und Sicherheit sorgen.

Fussball kann brutal und ungerecht sein. Das beste Beispiel war das Spitzenspiel des 28. Spieltages. Da empfing der VfB Stuttgart mit Borussia Dortmund zwar den Tabellenzweiten, aber die Gäste wurden der Tabellensituation bis auf die Nachspielzeit nie gerecht. Schon wieder dieses Wort. Gleichzeitig zeigt sich mit mit diesem Resultat aber auch die Liga der Liga, keiner kann den Bayern. Ja, und wie ging es eigentlich aus, dieses Spitzenspiel? Dortmund gewinnt mit 0:2, mit null Torschüßen in den ersten 94 Minuten. Damit meine ich Abschlüße so richtig auf das Gehäuse. Man kann ja mit 0:2 verlieren, aber nicht mit diesen Spieldaten. Ob gewonnene Zweikämpfe, gespielte Pässe, Ecken und Flanken, Ballbesitz, Torschüsse. Überall verbuchte der VfB deutlich mehr als der BvB. Nur in Sachen Laufleistung tat der sichere Vizemeister mehr. Und damit ist viel vom Spiel erklärt. Dortmund spielt einen unattraktiven, kompakten Fussball. Das bringt anscheinend vor allen Dingen eines, nämlich Punkte.
Es wäre unterm Strich ein typisches 0:0 geworden, bis auf diese ärgerlichen drei Minuten in der Nachspielzeit. Stuttgart mit Anpfiff stramm unterwegs, ballsicher und zumeist durch Führich angeschoben schwappte Welle um Welle in Richtung Gehäuse der Angereisten um dann aber fast regelmäßig an der dichten Abwehr zu brechen. Man hatte zwar schon mehrere Möglichkeiten im ersten Abschnitt, aber der richtige Durchbruch wollte nicht gelingen. Die Gelben verweigerten das Spiel nach vorne, erst in den zweiten 45 Minuten wurde es etwas ausgeglichener. Aber es war nur ein kurzes Strohfeuer. Es war weiterhin unterhaltsam, aber nicht so richtig spannend. Der Ground wartete auf den Mann mit den Streichhölzern, die Lunte war gelegt für das Pulverfass. Nur der kam nicht, zumindest nicht bei den Jungs im roten Brustring. Gegen Ende plätscherte es gar dahin, alles hatte sich mit dem letztlich fast gerechten, schon wieder, 0:0 abgefunden. Damit wäre man auch zufrieden gewesen. Aber dann geschah das, was dem VfB weiterhin fehlt. Es fehlen immer noch die letzten Meter, die letzten Prozente zu einem echt Spitzenmannschaft. Die Westfalen machten aus einer Null ein gewaltiges Plus, in drei Minuten. 94. und 97. Minute, wie brutal. Eine zu kurze Abwehr und ein verlorener Zweikampf führten zu den Gegentreffern und die Gäste konnten ihr Glück nicht fassen. Der provozierende Gästejubel in der Cannstatter Kurve, geschenkt, die Dauerpfiffe gegen Anton fordern solche Gesten geradezu heraus.
Irgendwann ist jede Serie am Ende. Aber in dieser Begegnung war es vollkommen unnötig und überflüssig, zudem war es schlichtweg ein Rückschlag im Kampf um die Champions League. Der VfB nimmt immer den beschwerlichen Weg, Leidenschaft und Leiden inklusiv.
PS: Wenn es gerechte Fussballspiele geben sollte, wäre der VfB im Pokal in Brauschweig und Bochum rausgeflogen.
Keep the faith.
RaMü.
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