PreZero Arena, Hoffenheim. Samstag, 02. Mai 2026
 
Hallo Bloggs. Die Hoffnung lebt trotzdem. Das 1:1 daheim gegen Bremen war schlichtweg eine Enttäuschung, jetzt gilt es die "Suppe auszulöffeln". Nun sollte ausgerechnet bei den wiedererstarkten "Hoppstern" ein Auswärtssieg her. Also an der Unterstützung von den Rängen wird es nicht mangeln. Neben der zumindest medienwirksam herbeigeredeten Lokalbrisanz geht es schlichtweg um Platz vier, beide Teams wollen in die Königsklasse. Ein weiteres Endspiel. Noch drei Spiele, noch drei mögliche Entscheidungen im Kampf um die wirtschaftlich bedeutend wichtigere Champions League. Ich weiß, vom sportlichen Aspekt her wäre die Europa League eher unsere Kragenweite, aber das liebe Geld ... . Aber selbst die Spieler sprechen unverblümt von der Champions League, unser Cäpt'n sieht uns in manchen Bereichen gar auf Augenhöhe mit dem deutschen Vorzeigeclub. Also da nützen coole Sprüche nichts, da müssen Taten her. Am besten gleich beim Heimspiel in der Fremde, wir brauchen noch zwei Siege. Viel Spiele sind es ja nicht mehr.
 
 
Es ist egal wieviel wir in Hoffenheim sind. Egal ob 10.000, 12.000 oder 15.000.  Es ist völlig egal ob wir alle in rot, weiss, kotzgrün oder pinkelgelb gekleidet sind. Komplett egal. Wenn die Mannschaft den Umfang und die Wichtigkeit eines selbst ernannten Endspieles nicht erkennt, ist das alles mit dem Anpfiff Banane. 
Man muß sich schon hinterfragen, wie man so eine lustlose und desinteressierte erste Halbzeit abliefern kann. Natürlich hat man sich nach dem Schlußpfiff an diesem Endresultat von 3:3 berauscht. Von der Tatsache, dass man in Unterzahl in einem halben Heimspiel noch einen 3:1 Rückstand in einen gefühlten Sieg umgebogen hat. Das alles ist sehr gut für den Fussball, für den Unterhaltungswert. Aber es bleiben Fragen.
Neutrale Beobachter dieser bemerkenswerten Partie haben festgestellt, Hoffenheim und der VfB Stuttgart gehören höchstens in die Europa League. Hoffenheim unreif und Stuttgart vom Kopf her unfähig. Die ungeliebten Gastgeber haben es schlichtweg verpasst, das Match "zu killen". Zwei Pfostentreffer und mehrere aussichtsreiche Möglichkeiten wurden zumeist schlampig versiebt und die Gäste reizten ihr Glück bis zum Ende aus. Quasi mit dem Abpfiff markierte Tomas den Ausgleich, Glückshormone im Millionenbereich für den VfB und Frust pur für den Hausherr. Innerhalb von nur wenigen Minuten zeigte sich der Fussball in Reinkultur. Der eingewechselte Tomas stand zunächst einem erfolgversprechendem Schuß von Undav im Weg, wenige Sekunden später verpasste der schmächtige Stürmer per Kop den fälligen Ausgleich. Die Zeit lief unerbittlich ab, ja bis dann erneut Tomas da war. Nur diesmal goldrichtig, ein Abstauber ins Glück. Vom Depp zum Held. Bis zu diesem Zeitpunkt und zugleich Abpfiff war es ein wildes Spiel, das von der Dramatik und Spannung lebte. Allerdings waren zunächst nur die "Hoppster" bereit. Das mitunter laufstärkste Team der Liga wollte, die Angereisten wollten anscheinend nur Standfussball. Es sah nett aus, mit dem ersten Angriff fiel das Kartenhaus aber schon zusammen. Haarsträubende Zuordnung in der letzten Abwehrreihe, ein sorgloses Auftreten im Mittelfeld und schon steht es 1:0. Der VfB kam zurück, Führich glich schnell aus, aber der VfB blieb weiterhin schläfrig. Es war kein nennswerter Fortschritt zum müden Bremenkick zu erkennen. Also die Reisestrapazen waren ja überschaubar. Das 2:1 ein Konter, das 3:1 zu Beginn der zweiten Halbzeit fast die Entscheidung. Die rote Karte für Karazor passte irgendwie zum kompletten schrägen Bild dieser Vorstellung der Schwaben. Zahlreiche Auswechslungen sind bei Hoeneß sicher, so auch diesmal. Leweling endlich mal mit Durchsetzungsvermögen auf dem Flügel und der eingewechselte Demirovic schlüpfte in die Undavrolle. 3:2. Nur die Unreife der TSG hielt den VfB im Spiel, siehe oben. Dann kam das, was halt so passiert. 
Beim VfB war dieses Unentschieden ein gefühlter Sieg, aber angesichts des Leverkusensieges über die "Dosen" eine Niederlage. Es ist zu befürchten, dass die Jungs vom Neckar die Champions League in den letzten beiden Spielen vergeigen. Speziell die erste Halbzeit wirft hoffentlich unangenehme Fragen auf. Alle wollen in die Königsklasse, alle sprechen davon. Leider fehlen die Taten. Ich hoffe aber, daß der nette Herr Hoeneß innerhalb des Teams die richtigen Worte findet, denn anscheinend befindet sich die Mannschaft schon im Schonmodus, ... für Berlin. Europa ist ja eh sicher.
 
 
Bekannter Treffpunkt der Auswärtsfans. Fast alle in ROT.
 
 
Der Fußweg zum Stadion ist zum Ende hin fast ländlich. Hoffenheim eben.
 
 
 
 
 
Nach dem Schlußpfiff stand das Team etwas ratlos herum. Die Kurve feierte sich selbst mit "Schwaben versauft eure Gelder" in der Endlosschlaufe und die Mannschaft wartete auf dieses gemeinsame "1893 ey, ey, ey". Aber es kam nicht, also ging man einfach. Etwas mehr Fingerspitzengefühl in der Kurve ist oftmals von Vorteil. 
 
Keep the faith.
RaMü.
 
Nächste Post:  Es wird unruhig