Planet Group Arena, Gent.  Sonntag, 19. April 2026
 
Hallo Bloggs. Es gibt schon auffällige Vereinswappen auf dieser Welt und Gent gehört ohne Zweifel dazu. Der "Indianerkopf" erinnert irgendwie an die "Washington Redskins", einen American Football Club in den USA. Und jeder fragt sich, wie kommt man auf so eine schräge Idee? Der oder die (Koninklijke Atletiek Associatie Gent) KAA Gent wurde 1898 gegründet und damals machte ein ehemaliger realer Bisonjäger und zugleich Westernlegende mit seiner weltberühmten Wildwestshow einen Zwischenstopp in Gent. Die Massen in Europa waren begeistert und so landete der stilisierte Häuptlingskopf auf dem Vereinswappen. Sachen gibt's!
Gent verfügt mit seiner Planet Group Arena über mit das modernste Stadion in Belgien. Klein, aber fein. 2013 war die Eröffnung, der VfB bestritt das Einweihungsspiel. In Freundschaft. 20.000 Zuschauer fasst die zumeist verglaste Arena, sehr oft ausverkauft. Passend dann 2015 die erste, aber auch zugleich letzte Meisterschaft. Dafür wurde man aber schon vier Mal Pokalsieger. Die Jupiler League zu erklären ist nicht ganz einfach, dafür wird es in der langen Sommerpause ein Extrapost geben. Mit dem Titel hat Gent eh nichts zu tun, einziges realistisches Ziel ist die Teilnahme an der Conference League. Dazu muss man natürlich gewinnen und die Heimspiele sowieso. Gast VV St.Truiden hat sogar gute Chancen zur Europa League. Einfach wird's nicht.  
 
 
Also das kann man schon sagen, der KAA Gent hat ein tolles Stadion. Aber leider ist der Standort etwas ungünstig. Zwar liegt es verkehrsgünstig direkt an einer Autobahn, aber sonst? Wer von der City aus in die Arena will, ist zumindest mit der Straßenbahn ziemlich schlecht dran. Es gibt zwei verschiedene Linen, aber beide Haltestellen haben immer noch eine Distanz von 1,6 Kilometer. Mit den Bussen läuft es besser.
Auf jeden Fall ist die Planet Group Arena ein richtig geiler Kasten. So sieht anscheinend die Zukunft aus, so stellt man sich das vor. Drinnen allerdings wird auf dem grünen Rasen immer noch Fussball gespielt, und der sieht gar mehr nicht so prachtvoll aus. Diese Begegnung findet man in der sogenannten Champions League Quali Gruppe, aber beide Teams haben mit der europäischen Königsklasse nichts am Hut. Das Spiel endete 0:0 und damit ist alles gesagt. Geschätzte 14.000 Zuschauer sahen ein durchschnittliches Spiel, das kaum richtige Torchancen bot. Die Stimmung war auch nur lau, es riß niemand von den Sitzen. Im letzten Drittel fehlten beide Teams die Mittel und so spielte sich fast alles im Mittelfeld ab. Das 0:0 zur Pause war dürftig und danach wurde es ein klein wenig besser. So ab der 60. Minute machten die Zuschauer Lärm, der Hausherr zog die Zügel an. Es mehrten sich die notwendigen Torhüterparaden und jedes Team scheiterte jeweils im Einzel am Schlußmann. Und schließlich fiel doch noch das Tor, so glaubte man zunächst. Aber schnell wurde es wieder einkassiert, es war eindeutig und der VAR hatte weiterhin Sendepause. Das fiel mir dann erst jetzt auf, kein einziges Mal wurde die Technik benötigt. Geht doch! Zum Schluß dann noch Wechselorgien, der Spielfluss ging komplett verloren. 0:0, na ja.
 
 
Also optisch ist das Ding schon erste Sahne.
 
 
Rundrum voll verglast, bei diesem schönen Wetter passt es.
 
 
Auch innen alles nur vom Feinsten.
 
 
Da macht selbst im Winter bei niedrigen Temperaruten die Pause Spaß, da wird nämlich beheitzt.
 
 
Der erste Blick in den Ground ist auch vielversprechend. Könnte allerdings etwas steiler sein.
 
 
Die Heimkurve. Im Zentrum gibt es eine Ultragruppierung mit vielleicht 1.000 Leuten. Der Rest macht dann bei gutem Spielverlauf mit.
 
 
Auswärts St. Truiden. Also diese Jungs haben mehr Eindruck hinterlassen wie Leuven am Vortag in Antwerpen. Durchgesungen.
 
 
Kurz herrschte Partystimmung, aber nur ganz kurz. Abseits.
 
Keep the faith.
RaMü.