
MHP Arena, Stuttgart. Sonntag, 12. April 2026
Hallo Bloggs. Das letzte Heimspiel gegen den Hamburger SV war am 31. März 2018, in der ersten Bundesliga wohlgemerkt. Natürlich kan es in der Zwischenzeit zu mehreren Begegnungen. In der zweiten Liga, auswärts im DFB-Pokal und natürlich in der Relegation. Das ist noch gar nicht sooo lange her, es war am 01. Juni 2023. Mit dem Gesamtergebnis von 6:1 schaffte der VfB den Klassenerhalt und mit dem damaligen erst kurz zuvor eingestellten Trainer Sebastian Hoeneß begann der endgültige Aufschwung. Seither cruist der VfB durch die Liga, den DFB-Pokal und sogar durch Europa.
Ach ja, Europa. Der Verein am Neckar hat Ziele und davon ist die regelmäßige Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb fast das Toptarget. Schließlich garantieren nur die Euromillionen die Mehreinnahmen, die man zwangsläufig braucht. Dabei sind solche "sudden death" wie dieses 2:1 in Hamburg und erst vor ein paar Tagen gegen Dortmund kontraproduktiv, diplomatisch ausgedrückt. Es scheint, als ob das Team wenig lernfähig ist. Sei's drum, ein Sieg muß her.

4:0 und alles brudelt. Fast alle. Zunächst muß man vorab sagen, der VfB Stuttgart hat seine Pflichtaufgabe mehr als souverän gemeistert, der stark ersatzgeschwächte Aufsteiger Hamburger SV hatte nie den Hauch einer Chance. Weder auf ein Tor und schon gar nicht auf einen Sieg. Zu dominant waren die Hausherren, zu überlegen in der Spielanlage und damit auch in Sachen Spielanteile. Die Hanseaten boten Hausmannskost und waren unterm Strich mit diesem 4:0 sehr gut bedient. Dass er nicht eine richtige Packung wurde, dafür gibt es mehrere Gründe. Undav verschoß einen Elfmeter und konnte diese glasklare Möglichkeit zum dritten Treffer kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht nutzen. Aber auch seine Mitspieler überboten sich im Chancenfestival, nämlich in diesem Wettbewerb, wie verschone ich meinen Gegner. Es war fast unglaublich, wie die Tormöglichkeiten verschleudert wurden. All die Chancen von Führich und Co aufzuzählen ist schon eine Mammutaufgabe, da geht schlichtweg der Überblick verloren. Dazu kommt noch ein Abseitstreffer, der dann auch berechtigterweise aberkannt wurde. Ohne Zweifel war der erste Treffer ein Lehrbuch für Kombinationsfussball. Ausgangspunkt war Undav mit seinem Steckpaß und dann Leweling, welcher mit viel Übersicht seinen Kumpel Stiller bediente und der WM-Hoffnungsfahrer vollstreckte überlegt ins lange Eck. 1:0. Undav war auch der Initiator für das zweite Tor. Eine Koproduktion in Sachen Pressing im gegnerischen Strafraum führte zur Balleroberung, über Undav kam das Leder zu Führich und dieser machte den Robbenmove, reinzeihen in den Strafraum und dann ins lange Eck zielen. 2:0. Alles war klar und zwischendurch erinnerte der VfB mit zwei Monsterfehlpässen daran, wie man im Hinspiel mit einer geradezu lächerlichen Aktion eine blamable Auswärtsniederlage bezog. Diesmal aber blieb es ohne Auswirkungen. Das 2:0 zur Halbzeitpause war nur eine kurzzeitige Unterbrechung des Trommelwirbels. In der ersten Viertelstunde drängte der VfB auf den dritten Einschlag, Mittelstädt probierte es einfach, ein Schuß von außerhalb des Sechzehners und siehe da, 3:0. Geht doch. Danach ein Abseitstreffer von Demirovic nach einer Flanke von Undav und dann der verschoßene Elfer von Deniz himself, langweilig war es bestimmt nicht. Den Schlußpunkt setzte der eingewechselte El Khannouss, auch ein Fernschuß.
Also wenn sogar Cheftrainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel davon spricht, dass der Sieg durchaus höher ausfallen hätte können oder gar müssen, sagt das viel. Denn schließlich ist der Stuttgarter Trainer nicht gerade dafür bekannt, sein Team in der Öffentlichkeit anzumahnen.

Es war das erste Bundesligaspiel gegen den HSV seit dem Jahre 2018. Und es wurde ganz klar gezeigt, welche Stimmung beide Clubs auslösen können. Beide Seiten zeigten eindrucksvolle Choreographien.

Von der Seite ist es immer ein blöder Blichwinkel. Ist halt so. Auch der Schriftzug "Unsere Liebe höret nimmer auf" ist nicht erkennbar. Schade, aber verkraftbar.

Dann der Blick in den Gästeblock. Jungs von der Waterkant, das war echt cool. Daumen hoch und nächstes Jahr bitte gerne wieder. Das hat der Bundesliga wirklich gefehlt. Wenn ich da an die lächerlichen Auftritte von den "Dosen", "Hoppstern" und Wolfsburg denke!

Keep the faith.
RaMü.
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