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Olympiastadion, Berlin. Samstag, 23. Mai 2026
Hallo Bloggs. "Schon wieder" in Berlin, zumal zu einem Finale um den DFB-Pokal. Also das war so nicht absehbar. Vertrauen und Glauben an die Mannschaft hin oder her. Allerdings musste ich leider feststellen, dass der Stimmungsbarometer bei weitem nicht das Level des Vorjahres erreicht. Das hat zwei gute Gründe. 2025 war das erste Endspiel seit 2013 und mit Bielefeld ein Gegner, der eigentlich höchstens Außenseiterchancen hatte. Bei allem Respekt vor der Arminia. Da konnte man sich als Bundesligist höchstens blamieren. Diesmal sind die Vorzeichen eher umgekehrt, alles erwartet einen Sieg des FC Bayern, alles andere wäre eine Überraschung. Und so ist die Vorfreude der VfB-Fans nicht gerade überschäumend, man erwartet wenig von der Mannschaft und vom Resultat. Trotzdem, viele kennen die biblische Geschichte von David gegen Goliath. Der unscheibare Schafshirte David hatte eine Steinschleuder, eine Distanzwaffe gegen die Wölfe. Ein geübter Schütze konnte bis zu 100 Meter ein kleines Ziel noch treffen. Das geschah. Der furchterregende Zweikämpfer Goliath wurde im Gesicht getroffen, mit einer Wucht welche das gesamte Gesicht zerschmetterte. Also Leute, von der Größe her wäre Deniz Undav unser David. Auf geht's. No fear.

3:0, also ich habe nichts gesehen. Zum Schluß war es das erwartete und befürchtete Resultat und wie soll ich ein Spiel beschreiben, wenn so ab der 55. Minute das gesamte Spielfeld mehr oder weniger nicht einsehbar war. Zunächst aber gilt die Tatsache, dass dem FC Bayern eine durchschnittliche Leistung mit überdurchschnittlichen Harry Kane reichte und dass für den VfB deutlich mehr drin war. Nach dem Spiel hakte man die Sache schnell ab, der Stolz überwiege und man habe den Rekordpokalsieger doch ganz gut in Schach gehalten. Stimmt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der VfB in der Offensive kaum aktiv war und man nicht in der Lage war, einen Treffer zu erzielen. Nach dem 1:0 förmlich aus dem Nichts fehlte es erneut an Widerstandskraft, man brach fast auseinander. Dieses 3:0 ist ein Tor zu hoch und trotzdem ist der Sieger klar, daran zweifelte niemand im Brustring.
Die erste Halbzeit des VfB war wirklich gut, läuferisch stark und mit hohem Aufwand hielt man den übermächtigen Gegner vom eigenen Tor fern und speziell Mittelstedt versuchte sich mit Torschüßen. Bayern tat sich schwer und brauchte lange bis zum ersten Abschluß, aber Nübel war auf dem Posten. Erst so gegen Ende des ersten Spielabschnitts kippte das Match, der VfB begann nur noch hinterher zu laufen, machte das aber mit Geschick und enormen Einsatz. Das 0:0 zur Pause durchaus gerecht, beide Sturmreihen waren an die Kette gelegt.
Stuttgart begann die zweite Halbzeit richtig flott, man drückte auf den Führungstreffer. Der fiel aber nicht, dafür kam es dieser abgesprochenen Aktion gegen den DFB mit anschließenden Feuerwerk auf den Rängen. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Spielfeld vernebelt und man sah NICHTS mehr. Das 1:0 für München konnten wir nur anhand der Geräuschkulisse ahnen, die Spielunterbrechung ebenso. Das Handynetz war überlastet und selbst nach einer gewissen Zeit wurde es kaum besser. Nur schemenhaft war das Tor des VfB zu erkennen, der Lattentreffer und der erneute Abschluß des Harry Kane mit weitererm Treffer in einem dicken Brei aus Nebelschwaden verschluckt. Egal, jetzt war der Keks gegessen und selbst der Elfer in der Entstehung und Vollendung blieb ein Rätsel, das nur mit Vermutungen gelöst wurde. Also ein Gutes hatte diese Pyroshow, man musste das schlußendliche Debakel nicht ansehen.
So mit dem Schlußpunkt wurde es doch tatsächlich besser, es reichte um die Mannschaft mit dem gebührenden Applaus und Respekt zu verabschieden. Die Sause blieb aus, nächstes Jahr der nächste Anlauf.

Diesmal war alles anders. Durch die Zuteilung der Südseite des Olympiastadions entfiel der Fanmarsch und damit der Höhepunkt vor dem Spiel.

Dafür war alles etwas größer und übersichtlicher.


Also die Sache mit den Einlaßkontrollen war wirklich gut gelöst. Allerdings muss man sich trotzdem fragen, wie diese Menge an Pyro ins Stadion kam?



Also so gesehen, ist das Olympiastadion schon ein toller Endspielort. Die Infrastruktur, das umliegende Stadiongelände bietet ausreichend Platz für solch ein Spiel. Trotz der Massen gibt es viel Platz.



Das grundlegende Problem ist das Layout des Grounds an sich. Erbaut im Jahre 1936 für olympische Spiele, das heißt logischerweise auch für Leichtathletik. Das bringt zwangsläufig eine Tartanbahn und Marathontor mit sich. Und genau da setzt die Kritik an. Eine Kurve ist geradezu perfekt und die andere Seite, na ja.

Klassik meets Footballground. Einmalig in Deutschland und somit bislang auch in einem Pokalfinale.







Es bahnte sich an ...


Der Nebel verdeckte schließlich die Gegentore. Es war irgendwie unwirklich und so nahm die Partie den befürchten Verlauf.

Irgendwann wurde es besser und da war das Finale entschieden. 3:0, unterm Strich verdient und gleichzeitig ärgerlich, da war deutlich mehr drin.


Und so endete das DFB-Pokalendspiel mit der Tatsache, dem VfB fehlt noch einiges um an die absolute Spitze ranzukommen. Trotzdem war es ein toller Abschluß einer erfolgreichen Saison. Bis zur nächsten Saison. Dauerkarte verlängert.
Keep the faith.
RaMü.
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