.png)
Wenn Wölfe jaulen
Hallo Bloggs. Wenn es schlecht läuft, brauchen die Fans ein Trostpflaster. In der heutigen Zeit ist das manchmal ziemlich einfach, man kehrt zu einem der älteren Wappen zurück. Dann heißt es so schön, wir besinnen uns der Tradition, wir kehren zu den Wurzeln zurück, bla, bla, bla. Zumeist sind es Nebelkerzen, oder man erhofft sich einen Schub in der Merchandisingabteilung, sprich Fanartikelverkauf. Das hatten wir beim VfB im Jahre 2013 und jetzt passierte es halt in Wolfsburg.
Die ganze Liga wünschte sich den Abstieg der verhätschelten VW-Betriebsmannschaft, da half auch der Schachzug mit der Rückkehr zum alten Wappen nicht mehr. Spötter behaupten ja, das Wappen hatten die ja schon in der Regionalliga, also dann ... Der Abstieg der zahnlosen Wölfe ist keine Überraschung, wer gegen Paderborn in insgesamt 195 Minuten nur einen Treffer erzielt, hat Deutschlands höchste Spielklasse nicht verdient. Fussball in der VW-Stadt, sorry Autostadt, hat schon immer mehr den Touch von "das brauchen wir halt" wie den Hauch von Tradition. Wie die ganze Stadt ist der Verein vom kriselnden VW abhängig, Hand in Hand geht es abwärts. Alles, aber alles war irgendwie künstlich. Schon der Anmarsch vom Provinzbahnhof durch einen Outlet ist seltsam, über die Brücke ok, dann rechts ab. Das Stadion selbst finde ich persönlich gar nicht mal so übel, aber das ist Geschmackssache. Wolfsburg hat ein Zuschauerproblem, die meisten Fussballfans der Region gehen zu Braunschweig oder 96. Aber nicht zum VfL Wolfsburg. Besonders auswärts geben die "Wölfe" ein fast bemitleidenswertes Bild ab. In Stuttgart sind es etwa immer 500 Leute, höchstens. Umgekehrt sind immer rund 4.000 oder gar 5.000 in Niedersachsen. Fakt.
Egal, der Abstieg nach 29 Jahren Bundesliga ist ein Fingerzeig. Geld allein ist nicht alles. Es gehört doch noch einiges mehr dazu. Ein funktionierendes Team, eine Einheit auf und neben dem Platz, der richtige Trainer zur richtigen Zeit, überschaubare Verletzungen und Geduld. Das alles ging den Niedersachsen immer mehr abhanden, Saison für Saison.
Wolfsburg wäre nicht Wolfsburg. Man macht weiterhin Wolfsburgsachen. Nach dem ersten Schock beginnt man sich zu sammeln, man plant den ultimativen "Counterstrike". Muss man auch, der Etat ist zwar kleiner, aber dennoch erlaubt er ein weiterhin finanziell unbesorgtes Agieren.
Also in einer Sache finde ich den Abstieg schade, in Wolfsburg bekam man immer problemlos Karten. Dafür ist der Miniground in Paderborn kaum erlebbar, außer man hat eine Auswärtsdauerkarte. Oder Beziehungen, oder, oder, oder ...
Ich nehme an, dieser Aufenthalt im sogenannten Unterhaus wid wohl nicht lange dauern. Es findet ja soeben ein Umbruch statt und die "Wölfe" beginnen zu knurren und die Zähne zu fletschen. Die Lustlosen raus und die Willigen rein. So kann es klappen, siehe VfB.
PS: Die Fans des VfB Stuttgart sollten sich nicht zu sehr freuen, schließlich haben VW, Porsche und Mercedes eines gemeinsam, man baut Autos. Und in dieser Branche wird der Ball gerade ziemlich flach gehalten.

Keep the faith.
RaMü.