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Sechzig Spiele
Hallo Bloggs. Sechzig Spiele absolvierte der englische Fünftligist Rochdale AFC bis das große Ziel erreicht war. Die Rückkehr in die English Football League / EFL nach einer Abwesenheit von drei Spielzeiten. Natürlich waren es keine sechzig Punktspiele. Ich habe dazu gezählt: Pre Season matches, FA-Cup, National League Cup und ISUZU Trophy Cup. Aber, für den Wiederaufstieg brauchte man 46 reine Punktspiele, plus ein Relegationsspiel gegen Scunthorpe United und schließlich das große Finale im Wembley Stadium gegen Boreham Wood. Es war im Prinzip von Beginn an ein Zweikampf mit York City. Den anderen Vereine ging nach und nach die Puste aus, der Abstand der beiden Punktejäger wurde immer größer und schon seit Januar war es klar, entweder Rochdale oder York. Der Meister steigt direkt auf, der Zweite muß in die Relegation. Allerdings mit einem kleinen Vorteil, die erste Runde ist spielfrei. Immerhin.
Am letzten Spieltag der landesweiten fünften Liga kam es zu einem unglaublichen Aufstiegsdrama. Heimspiel für "Dale", ausgerechnet gegen York City. Die hatten zwei Punkte Vorsprung, also musste unbedingt ein Sieg her. Es wurde richtig brutal. 0:0 bis zu 90.+5, dann das Kopfballtor von Dieseruvwe, Rochdale war oben. Die Fans stürmten den Platz, obwohl das Spiel noch lief. Schnell aber war wieder "geräumt" und es gab mehrere Minuten oben drauf. Der totale Schock letztlich in der 90.+13, Stones stocherte das Leder für York City über die Linie. 1:1 und Abpfiff. Tränen auf dem Platz und auf den Rängen, auf beiden Seiten. York City feierte die Rückkehr in die EFL seit 45 Jahren (!) und Rochdale muss nun auf die Aufstiegsspiele hoffen. 106 Punkte reichten nicht zum Meister, die "Minstermen" aus York hatte eben 108.
Es war eine schwere Aufgabe, den gesamten Club nach diesem Schlag wieder in die Spur zu bringen. Es gelang. Das Heimspiel im Spotland Stadium gegen Scunthorpe wurde knapp mit 2:1 gewonnen und dann ging es ins Wembley Stadium. Kenner sagen ja, ein Sieg in der Kultstätte des englischen Fussballs hat mehr Wert als der direkte Aufstieg. Aber halt nur für ein Team.
17.470 Zuschauer erlebten den nächsten Schocker. Boreham führte bereits mit 2:0, ehe Smith in der 78.Minute dann der Anschlußtreffer gelang. Zittern und Bibbern, dann der nächste Akt. Erneut Dieseruvwe traf in der 90.+7 zum Ausgleich. Verlängerung. Rochdale wurde anscheinend nur für Drama gegründet. In der Verlängerung fielen keine Treffer und anschließend setzte sich "Dale" etwas untypisch klar durch. Das fällige Elfmeterschießen entschied man mit 3:1 für sich, Boreham Wood versagten schlichtweg die Nerven.
Etwa 10.250 Zuschauer passen in die Crown Oil Arena des Rochdale AFC rein. Aber für die meisten Fans bleibt es schlichtweg das Spotland Stadium. Also richtig chillig ist die Anreise nicht. Die Rochdale Railway Station ist rund drei Kilometer vom Stadion entfernt, die Tram ist kaum näher. Am besten halt ein Taxi oder zu Fuß.
Zwei Mal war ich dort. Hier Bilder vom 21. Januar 2017, beim Heimspiel gegen Oxford United. Rochdale verlor sang- und klanglos mit 0:4. Dazu war es noch richtig frisch. Insel eben.
Der Ground ist old school. Wer das liebt ist hier sehr gut aufgehoben. Mein letzter Besuch war dann 2018. Ich schätze seither hat sich nicht viel getan. Am Rand von Manchester ist es schwer, im Schatten der beiden Giganten ist das Überleben mühselig. Aber gerade deshalb ist Rochdale ein Abstecher wert.
Keep the faith.
RaMü.