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Endlich was zu feiern
Hallo Bloggs. Es waren triste Jahre im Westen von Aalen. Hier, im Rohrwang ist der VfR beheimatet und zusammen mit dem FC Heidenheim waren beide Clubs das Aushängeschild der Ostalb. Allerdings gab es in der jüngeren Zeit kein Derbys mehr, es trennen beide Stadien zwar nur etwa 28 Kilometer, aber es liegen Lichtjahre zwischen den Rivalen. Im Moment ist der Begriff Rivale für den VfR Aalen sogar schon geschmeichelt, er ist nach wie vor kein ernstzunehmender Konkurrent für Heidenheim. Im Spätherbst 2024 zeigte sich die sportliche Distanz am deutlichsten. Da empfing der FC Heidenham am 28. November den FC Chelsea in der Conference League vor ausverkauftem Haus mit aber auch nur 15.000 Zuschauern. Zwei Tage später spielte der VfR Aalen in der Oberliga Baden-Württemberg zuhause gegen den FC Nöttingen. 1093 Besucher "drängten" sich in die Centus Arena. Krasser geht's nimmer.
Dabei waren beide Vereine durchaus mal auf Augenhöhe, damals in der zweiten Liga. Dort spielte der VfR Aalen immerhin drei Spielzeiten und es waren tolle Jahre, ganz Fussballdeutschland freute sich über das kleine "gallische Dorf" von der Ostalb. Das Jahr 2015 markierte die Wachablösung, Heidenheim etablierte sich als Aufsteiger im Unterhaus der Bundesliga und der VfR stieg ab in die dritte Liga. Seither fuhren beide Züge mit Volldampf in verschiedene Richtungen. Aalen wurde durchgereicht bis zur Oberliga Baden-Württemberg, "Hoidna" erreichte gar die Bundesliga und eine Saison lang gab es sogar internationalen Fussball in der Voith-Arena.
Die Gründe für den sportlichen Niedergang in Aalen sind vielfältig. Zwei Proficlubs in dieser Gegend sind schlichtweg zuviel, Heidenheim erwischte mit dem Hauptsponsor Voith einen dauerhaften Premiumpartner. Am Rohrwang ging es Schritt für Schritt runter. Finanzprobleme, geplante Insolvenzen, Bürgschaften, abgesprungene Hauptsponsoren, Punktabzüge, Intrigen und Rücktritte von Präsidenten, all das belastete den Verein neben den sportlichen Sorgen über fast ein Jahrzehnt hinweg und zum Ende fand man sich 2024 in der Oberliga wieder.
Aber auch hier ging nicht alles nach Plan. Der Wiederaufstieg gelang erst in der zweiten Saison. Regionalliga Südwest heißt nun die neue sportliche Heimat und Kenner behaupten ja, mehr geht eh nicht. Zuschauertechnisch wird sich wohl kaum was ändern, der VfR hatte weiterhin den Rückhalt seiner Fans. Aber die lukrativen Derbys gegen den TSV Essingen und Normannia Gmünd entfallen nun. Dazu der SSV Reutlingen. Und überhaupt, gegen Essingen stellte Aalen den neuen Rekord auf, die 4.644 Zuschauer hievten den Schnitt über 2.000, zusätzlich war es der Rekordbesuch der laufenden Saison. Bundesweit in der Oberliga.
Da war die damalige Scholz Arena noch proppenvoll. Wenn dann z.B. der Kultclub FC. St. Pauli gastierte, war es oftmals ausverkauft. Wie hier am 08. August 2014. Auch ich war über mehrere Jahre öfters dort. Habe vieles gesehen. Zweite Liga, dritte Liga, Regionalliga Südwest und sogar Oberliga. Dazu ein DFB-Pokalspiel gegen den "Glubb" aus Nürnberg.
Die Winter können auf der Alb recht garstig und lang sein. War in dieser Jahreszeit ab und zu auch eine spezielle Seite des Heimvorteils. Hier eine Begegnung am 07. Februar 2015 gegen den SV Darmstadt 98. Die Tribüne im Hintergrund ist längst abgebaut und dann wieder verkleinert neu installiert. Im Moment bietet die Centus Arena 11.088 Zuschauer Platz, mehr als genug.
Ich bin mir sicher, der VfR Aalen möchte wieder in die dritte Liga. Aber das ist Zukunftsmusik, denn im Moment muss man erst die Gegenwart sichern. Das heißt Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest. Die namhaftesten Gegner sind dabei Kickers Offenbach, Stuttgarter Kickers, vielleicht noch der FC Homburg und der SV Sandhausen. Der Rest ist eben typisch Regionalliga.
An der Situation auf der Ostalb hat sich trotz der Ligabewegungen kaum was geändert. Aalen und Heidenheim haben sich angenähert, mehr nicht. Aalen eine Etage rauf und Heidenheim mit dem Abstieg in die zweite Liga eine Stufe runter.
Keep the faith.
RaMü.