
MHP Arena, Stuttgart. Donnerstag, 26. Februar 2026
Hallo Bloggs. Normalerweise müsste das reichen. Dieses 1:4 des VfB scheint mehr als eine gute Ausgangsbasis zu sein, manche sprechen gar von einem nunmehr gesicherten Weiterkommen. Ich warne zwar davor die Schotten zu unterschätzen, aber es geht nur mies aus, wenn wir selbst die Lage unterschätzen. Mit derselben Ernsthaftigkeit im Rückspiel sehe ich ein Gastspiel in Portugal als garantiert an. Die Probleme von Celtic sind unübersehbar, nach der Pleite gegen Stuttgart verlor man erneut im Celtic Park, und zwar gegen Hibernian Ediburgh mit 1:2.
Dieses kuriose und zugleich ärgerliche 3:3 in Heidenheim ist dagegen nur ein kleiner Rückschlag, der zwar ärgerlich und zugleich erklärbar ist. Das ist aber an diesem Abend völlig Banane, das Weiterkommen ist Pflicht.

Also ich habe es mir abgewöhnt, bei einem Tor zu jubeln. Neuerdings ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass es eh keines ist. Erst mit dem Toranspiel wird es zur Gewissheit, es darf gejubelt werden. Der Fussball driftet in die falsche Richtung, die Freude an dieser Sportart geht verloren. Zumindest als Zuschauer und als Fan. Es ist schon fast ungeheuerlich, wie der VfB Stuttgart in den letzten Wochen unter diesem VAR-Gedöns zu leiden hat, aber man muss es erneut getrennt sehen. Hier die VAR-Entscheidungen und auf der anderen Wegesseite die Leistung der Mannschaft.
Der gastgebende VfB hat in der Europa League die gaanz große Blamage verhindert, dafür eine kleinere Demütigung kassiert. Das Weiterkommen wurde unterm Strich letztlich verdient erreicht, aber diesmal verließen die Zuschauer die Arena mit großen Fragezeichen in den Gesichtern. Stuttgart schaffte es einfach nicht, die 1b Mannschaft von Celtic Glasgow zu schlagen. Im Gegenteil, es setzte die erste Heimniederlage im laufenden Wettbewerb.
Auf jeden Fall haben die Roten das Match denkbar miserabel begonnen. Eine Fehlerkette über mehrere Stationen ermöglichte das 0:1. Waren es nun 24, 30 oder sogar lange 36 Sekunden, keiner im Ground konnte es richtig sagen. Fakt ist, es war so richtig Mist. Erst so nach zehn Minuten wurde die Begegnung erwartungsgemäß, der VfB übernahm das Kommando, die Chancen und Halbchancen häuften sich. Aber so richtig dolle in Fahrt kamen die Hausherren nicht, es fehlte mit Stiller schlichtweg die ordnende Hand. Auf dieser Position hat der VfB keinen Plan B, es ist die einzig offene Wunde in der Kaderplanung. So langsam machte sich das Gefühl breit, also das mit dem Fussballfest wird heute niggs mehr. Zu bieder die Gäste vor ihrem sangesfreudigen Support, zu mager die Darbietung des VfB. Mit der Einwechslung von Führich kam zwar etwas mehr Leben in die Bude, aber trotzdem wollten sich gewisse Abläufe im Spielaufbau einfach nicht einstellen. Dieser Treffer von eben Führich war klar abseits, das hatte jeder im Stadion gesehen. Das war ok. Kein Thema. Aber dieser Ausgleich durch Undav, und spieltäglich grüßt das Murmeltier. Vermutlich werden wir so in zwei Jahrzehnten gar keinen Feldschiri mehr haben, da regeln wir alles von irgendeinem Keller aus. Der VfB schien sich irgendwann mit der Niederlage abzufinden. Also anders kann ich mir dieses sechs- oder gar siebenfache Ballgeschiebe in der Nähe der Eckfahne nicht erklären. Der absolute Wille ging abhanden, das große Ziel trotzdem erreicht.
Und so konnte man sich immerhin gemeinsam über das Erreichen des Achtelfinales freuen, über dieses eine Spiel aber weniger. Es bleibt nur die Gewissheit, der VfB kann es deutlich besser kann. Und das ist aber auch nötig, angesichts des zu erwartenden Trips nach Portugal.

Die gute Nachricht zuerst. Die Hymne der Europa League wird auf jeden Fall nochmals in dieser Saison zu hören sein.

Es gab noch einen tollen Aspekt an diesem Abend. Die Fans aus Glasgow entsprachen ganz den Erwartungen. Laut, stimmgewaltig und zumeist zu hören. Die hatten mit dem Auswärtssieg in Deutschland gar einen ganz seltenen Anlaß zur Freude. Sei es ihnen gegönnt.
Ansonsten kam die MHP Arena aber nicht so richtig ins Rollen. Dazu war das Spiel des VfB einfach zu durchschnittlich, dieses 1:4 aus dem Hinspiel wirkte manchmal wie eine Schlaftablette. Zusätzlich war diese Europacuprunde vermutlich das Aus für den fünften Rang als Champions League Starterplatz in der kommenden Saison.
Keep the faith.
RaMü.
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