
MHP Arena, Stuttgart. Sonntag, 01. März 2026
Hallo Bloggs. Die Liga ist das täglich Brot. Ich persönlich halte von Bayernobergrantler Uli Hoeneß nicht viel, aber dieser Spruch vom Onkel des VfB-Trainers Sebastian Hoeneß trifft doch voll zu. In der Liga entscheidet sich ob und in welchem europäischen Wettbewerb man vertreten ist. Ok, für manche Vereine ist das ein Luxusproblem, aber der VfB Stuttgart ist schließlich kein Noname in der deutschen Fussballgeschichte. Und weil man eine jährliche Teilnahme in Europa zum Ziel ausgerufen hat, sind solche Dellen wie dieses seltsame 3:3 beim Letzten, dem FC Heidenheim mehr als ärgerlich. Immer wieder, again and again, pisst sich das Team ans eigene Bein. So der richtige Einbruch in die Top Four will nicht gelingen, immerhin ist man mehr als gut dabei. Nun kommt also der VfL Wolfsburg und alles ist wieder vorbereitet ... für eine weitere, mittlere Enttäuschung. Der Gegner in miserabler Form, tief im Abstiegskampf, verunsichert. Kann der VfB seinem Ruf als Aufbaugegner gerecht werden? Was mich trotzdem optimistisch stimmt, wir spielen daheim. Also weitere Punktverluste wie gegen den HSV, St. Pauli, Heidenheim und Union können wir uns nicht mehr oft leisten, wir drehen in die Zielgerade der Saison ein. Die Matches werden weniger, das Brot härter. Jetzt gilt es, Champions League oder "nur" Europa League, was ist machbar?

"Mir kennad onseren VfB", so der Tenor vor dem Spiel. Damit war die Ausgangssituation vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg gemeint. Soll heißen: Wenn die Konkurrenz patzt, dann patzen wir eben auch. Fair geht vor. Diesmal war es aber anders, mit 4:0 schlugen die Roten ihre Gäste und die machten es einem aber auch wirklich leicht. Ohne die Leistung der Hausherren speziell in der ersten Halbzeit zu schmälern, aber die Truppe des VW-Konzerns war der bislang harmloseste Gegner in der MHP-Arena, in dieser Saison. Ein luftiges Pressing, im Mittelfeld Löchernohne Ende, ohne Selbstvertrauen, geschweige denn eine Spielidee. Aus solchem Holz sind Absteiger geschnitzt, selbst Heidenheim versprüht mehr Leben als dieses lustlose Gebilde aus Niedersachsen.
Für den VfB die besten Voraussetzungen für einen Heimsieg und diesmal nutzte man die Gunst der Stunde. Voller Spielfreude schnürten die Roten den Gast ein und es war schon erstaunlich, dass das 1:0 erst in der 21. Minute fiel. Undav drosch das Leder in bester Straßenkickermanier ins Tor, mehr als verdient. Danach der zweite Treffer, wie aus dem Lehrbuch. Stuttgart nahm Tempo auf und letztlich vollendete Leweling am zweiten Pfosten zum schon vorentscheidenden 2:0. Erneut Leweling traf dann zum 3:0, der Dreier war damit schon mit dem Pausenpfiff klar. Wolfsburg harmlos, kopflos und chancenlos. Halt, es gab dann doch noch die Riesenchance zum Anschlußtreffer, in dieser Situation verhielt sich Stuttgart tolpatschig und der Abschluß der "Wölfe" war wirklich nur knapp. Die zweite Halbzeit war dann etwas offener, die Angereisten nun mit leicht mehr Elan, allerdings viel zu wenig um am Resultat noch was zu ändern. Hier darf man ruhig aber auch einen kleinen Kritikpunkt ansetzen. Absolute Spitzenteams schießen jetzt den Gegner aus dem Stadion, der VfB spielte etwas zu verhalten und ging deutlich zu früh in den Verwaltungsmodus. Das Spiel plätscherte vor sich hin, lediglich der eingwechselte Nartey belohnte diejenigen Zuschauer, welche bis zum Schlußpfiff ausharrten. Sein 4:0 Treffer in der 94. Minute war dann ein schöner Abschluß eines insgesamt sehr einseitigen Spieles. Der VfB hat nun ungewohnt eine Woche spielfrei und muß dann in Mainz den vierten Tabellenplatz erneut verteidigen.

Natürlich gibt es viele Wege zum Stadion. Ich bevorzuge zum Spiel den Spaziergang über den Wasen. Keine Menschenmassen und man kann das ständige Bewegung auf dem Veranstaltungsgelände beobachten. Woche für Woche tut sich was.

Auf jeden Fall laufen im Moment die Vorbereitungen für das Frühlingsfest an. Vereinzelte Aussteller begonnen schon mit dem Aufbau.

Und es liegt der Frühling in der Luft, zumindest gefühlt.

Also Wolfsburg braucht fast kein Mensch. So die Meinung vieler Fussballfreunde im Land. Also dieser Auswärtssupport scheint das zu bestätigen. Das bisschen Grün ging im roten Meer unter. Also falls Wolfsburg in der kommenden Saison nochmals im Neckarstadion auftaucht, reicht der obere Gästerang vollkommen aus. Dass die Leute in der Halbzeitpause ihren Support eingestellt und die Fahnen eingerollt haben, kann ich verstehen. Ich persönlich erinnere an das Jahr 2019 in Augsburg. Da lag Stuttgart nach einer ebenfalls desolaten Leistung zur Halbzeit auch mit 3:0 zurück, unser Commando Cannstatt räumte wutentbrannt den Gästeblock und fuhr in der Halbzeitpause heim. War dort. Wir verloren dann 6:0 (!) und der zweite Abstieg innerhalb kurzer Zeit war die Folge. Noch gar nicht mal so richtig lange her.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Der Gang in die Cannstatter Kurve nach dem Abpfiff ist obligatorisch. Zumeist gibt es das gemeinsame Abfeiern von Heimsiegen. Ab und zu natürlich verlieren wir auch, aber der Trend geht in die positive Richtung. Diese hundsmiserable Heimpleitenserie von sechs Niederlagen in Serie wie in der vergangenen Saison ist auch nun rechnerisch nicht mehr möglich. In der Bundesliga sind es nur noch fünf Spiele daheim.
Keep the faith.
RaMü.
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