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Seit 1962 ...
Hallo Bloggs. Das muss man sich mal vorstellen, 1962 spielte dieser Verein zum letzten Mal in dieser Liga. So richtig langweilig war es ja nie, aber es spielte sich alles so im unteren Profibereich ab. Mal fünfte, mal vierte Liga, zuletzt dritte Liga, der Kauf einer jeweils neuen Dauerkarte muss wohl immer wieder ein neuer Akt der Überwindung gewesen sein. Zumal sich dieser Aufstieg im Vorfeld so nicht abgezeichnet hat. Lincoln City hat es geschafft, nicht so auf den letzten Drücker, sondern unglaublich beeindruckend. Fünf Spieltage vor Schluß hat man insgesamt 27 Siege errungen und neun Unentschieden erreicht. Da waren die fünf Niederlagen durchaus verkraftbar. Den letzten Titel holten die "Imps" gar erst 1952, das war vor 74 Jahren. Unglaublich. Nun also spielt man in der nächsten Saison in der Championship, also zweite Liga.
Das Stadion Sincil Bank wird überall in der Stadt nur "the bank" genannt und ist wohl nur bedingt zweitligatauglich. Etwa 10.700 Zuschauer gehen rein und es riecht mehr nach gehobenem Provizfussball, denn nach dem Unterbau zur weltberühmten Premier League.
Kurzfristig wird sich daran wohl auch nichts ändern, der Aufstieg war keinesfalls geplant und dürfte den kleinen Verein vor enorme Anforderungen stellen. Auch ich war schon in Lincoln, ist noch gar nicht so lange her. Es war der letzte Spieltag in der dritten Liga, es war 2023. Es war nett, es war beschaulich. Die "Imps" verabschiedeten Spieler, Sponsoren durften aufs Feld, Kinder tollten umher. Ach ja, warum eigentlich "Imps". Mit "Imps" bezeichnet man diese kleinen, steinernen Figuren, welche man sehr oft an Kirchen und Kathedralen sieht, besonders in Europa. So auch in Lincoln, überall sieht man diese putzigen Kerlchen an der Fassade. Und so fand einer dieser Kibolde den Weg ins Vereinswappen.

Die Kathedrale hoch oben über der Stadt. Fussball spielt in Lincoln eine eher bescheidene Rolle.

Und hier wird in der kommenden Saison Zweitligasfussball gespielt. Alles machbar.

Ja, und so sieht es zum Teil aus. Eine weitere improvisierte Tribüne für zusätzliche Sitzplätze.

Die Gesamtübersicht des Sincil Bank Stadium, zumindest die linke Hälfte.

Nach dem letzten Spieltag der Saison gab es so eine Art Stadionfest. Geehrt wurden alle, vom Gärtner bis zur Wäschefrau, vom Ordner bis zum Hot Dog Verkäufer. Family Club nennt man dann so was.
Lincoln gibt es schon recht lange. Aber erst die Römer befestigten diese strategisch wichtige Lage mit einem Kastell und in der heutigen Zeit gilt die Kathedrale und das umliegende Quartier als das Aushängeschild des Städtchens, welches etwa 90.000 Einwohner hat. Reich wurde der Flecken im Mittelalter durch den Tuchhandel und später mit der industriellen Revolution.

Heute pilgern viele Touristen den beschwerlichen Steep Hill zum Castle Square hinauf. Etwas Kondition kann da nicht schaden.

Die Kathedrale überragt alles, sogar die Burg und das Schloß. Schon aus der Entfernung war es für die Handelsreisenden gut zu erkennen, Lincoln war ein bedeutendes Handeslzentrum.

Jetzt kommt der Fussball in der Neuzeit dazu.
Keep the faith.
RaMü.