Champions in Skyblue
 
 
Hallo Bloggs. So sieht man sich bei Manchester City am liebsten, so hat man das gerne. Man ist unangefochtener Tabellenführer, der Rest der Liga hechelt hinterher und alles ist wunderbar. Ist es auch, aber "nur" bei den Frauen. Und da ist das aber auch schon wieder eine Ausnahme, andere Clubs beherrschten in den letzten Jahren die Womens Super League, so der offizielle Liganame. Seit 2010 gibt es diese Premiership der Frauen, zwölf Mannschaften umfasst diese Liga. Rekordmeister ist der FC Chelsea, insgesamt konnte man acht Titel einfahren. In diesem Jahr unterbricht City diese Serie, man dürfte an der Ashton New Road wohl schon den Sekt kaltstellen. Die nächste Meisterschaft seit 2016, es war eine lange Durststrecke. Die teilnehmenden Vereine sind wohlbekannt, fast allesamt aus der männlichen Premier League. Einzige Ausnahme sind da die London City Lionesses, welche das "gallische Dorf" bilden. Hervorgegangen aus der Frauenabteilung von Millwall ist man die berühmte Ausnahme, hier spielt ausschließlich das sogenannte schwache Geschlecht Fussball. Und man mischt mit, ist nicht nur dabei. Man pflegt das Image des Underdogs und bildet das Sammelbecken für aussortierte Spielerinnen der Großclubs von London. 
Absoluter Zuschauermagnet ist Arsenal. Rund 36.000 Fans im Schnitt bevölkern das Emirates Stadium, wenn die Ladies dort ihre Heimspiele absolvieren. Der Umzug war ein guter Schachzug. Viele Touristen haben bei ihrem Städtetrip nach London kaum Chancen auf ein bezahlbares Ticket der Männer, also halt zu den Frauen. Das Stadion allein ist der Trumpf. Abgeschlagen, mit nur 1.700 Fans ist West Ham United. Man sieht, die Schere geht gewaltig auseinander. Der momentane Tabellenführer Manchester City bestreitet seine Heimspiele im Joie Stadium, direkt neben dem Etihad Stadium. Genau von solch einem kleinen Ground träumt der VfB Stuttgart. Platz für 7.000 Zuschauer, hier absolvieren die älteren Jugendteams, das U23 Team und eben die Frauen ihre Heimspiele. Es gibt echte Stehplätze hinter den Toren, eine Tramhaltestelle direkt beim Ground und die Preise sind moderat. Kommt es zum Stadtderby zieht man ins Ethid Stadium um, man muss im Prinzip nur über eine Fußbrücke laufen, fünf Minuten zu Fuß. Bei den normalen Punktspielen kommen etwa 6.000 Zuschauer, beim Manchester Derby sind es dagegen schon respektable 40.000 Fans. 
 
   
Man sieht an diesen aufgeführten Zahlen, auch innerhalb der englischen Barclay Women Super League gibt es gewaltige Unterschiede. In Sachen Vermarktung ist diese Liga allerdings Deutschland weit voraus, auch in der Aktzeptanz. So beschreiben deutsche Nationalspielerinnen nach ihrem Wechsel auf die Insel, dass sich hier alles auf einem weitaus höheren Level bewegt. 
International hat das allerdings noch nicht ganz durchgeschlagen. Lediglich Arsenal, aktuell Titelverteidiger in der Champions League der Frauen, hält die Fahne Englands hoch. Zwar ist Deutschland im Gesamtranking vorne dabei, aber die großen Erfolge liegen schon über zehn Jahre zurück. Wolfsburg war der letzte deutsche Sieger, 2013. Ähnlich wie bei der Nationalmannschaft der Herren wurde Deutschland zunächst eingeholt und nun überholt. 
Zurück nach Manchester. Sieht man den Restspielplan an, ist der Titel durchaus machbar, nun sogar ein Muß. Eigentlich kann man sich nur noch blamieren. Lediglich das Manchester Derby steht noch an, auswärts. Und so dürfen die Mädels die Ehre von Manchester City retten, bei den hochbezahlten Herren reicht es ja wohl nicht.
 
Keep the faith.
RaMü.