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MHP Arena, Stuttgart. Donnerstag, 29. Januar 2026
Hallo Bloggs. Nach fast jedem Auswärtsspiel in der Europa League diesselbe Leier. "Wir haben dagegen gehalten, gut mitgespielt". Leider nützt diese Selbstbeweihräucherung nichts, wenn keine Punkte rausspringen. Drei Begegnungen in der Fremde ohne jeweils einen Treffer bedeuten bei unserer Abwehr zugleich drei Pleiten. Fakt. Und so muss man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in die Play Offs. Zunächst aber zum Abschluß der Ligaphase gibt es nochmal ein Heimspiel, Young Boys Bern kommt. Die Schweizer müssen ohne ihren Anhang auskommen, Auswärtssperre für die Fans. Wer nun glaubt, das wird wie in der letzten Saison, irrt wohl gewaltig. Damals in der Champions League schoß man die Eidgenossen mit 5:1 aus dem Stadion, diesmal wird es wohl nicht so einfach werden. Beide Teams trennen nur drei Punkte.

In der Tabelle ging es während des Spieles rauf und runter, so wie die Performance der Mannschaft. Nach dem sehr frühen Doppelschlag lehnte sich der VfB Stuttgart im Heimspiel gegen die Young Boys aus Bern zurück, ohne zunächst die Kontrolle über das Match zu verlieren. Undav und Demirovic sorgten mit ihren Treffern schnell für Partylaune und die Hoffnung auf einen ähnlichen Sieg wie im Vorjahr, da zerlegte man denselben Gegner gar mit 5:1. Minute für Minute, Schritt für Schritt allerdings fiel die Spannung ab, die Schärfe und Ernsthaftigkeit wurde nach und nach durch eine gewisse Sorglosigkeit ersetzt. Nun zeigte sich in aller Deutlichkeit, dieser VfB in noch nicht in der Lage, ein Spiel mit einer gewissen Ruhe und Seriosität runter zu kicken, dafür fehlt schlichtweg die Klasse. Es gent nur über hundertprozentigen Einsatz und Willen, Eigenschaften welche aber immer mehr abhanden kamen. Und so schlitterte man nach diesem Bredlowpatzer mit einem ungefriedigenden 2:1 in die Pause, die Zweifel auf den Rängen wuchsen. War man nach dem 2:0 noch auf Rang acht der Tabelle, sah man sich nach dem sehenswerten Ausgleich der Schweizer Hauptstädter auf dem Weg ans Tabellenende der Play off Kandidaten. Wir wünschen uns alle nur, dass das Team kapiert, mit wieviel Glück man an diesem Abend gesegnet war. Jedes andere halbvernünftige Elf hätte diese Wende ausgenutzt, aber YB versagten im Abschluß schlichtweg die Nerven. Und so blieb es offen bis zum Schluß, der VfB konterte im eigenen Stadion und Chema donnerte das Leder letztlich zum 3:2 Sieg in die Maschen. Es war der Endpunkt in einer Partie mit Höhen und Tiefen und ein weiteres Lehrstück am Neckar. Die Roten sind keine Künstlertruppe, alles geht nur über ehrliche, harte Arbeit. Und zwar über die gesamte Spielzeit und nicht nur über eine halbe Stunde.
Zum Schluß noch. Was sich der spanische Schiedsrichter quasi mit dem Schlußpfiff geleistet hat, war eine Frechheit. Da gewinnt der VfB den Ball nach einer gegnerischen Ecke, treibt das Leder in die andere Spielhälfte und das Berner Tor ist komplett leer. Und urplötzlich pfeift man ab. Ok, man hatte gerade so die Mittellinie überschritten, aber im Prinzip war es eine Torchance. Also da muß man mehr Fingerspitzengefühl entwickeln. Dieser weitere Teffer hätte in der Tabelle keine weiteren Auswirkungen gehabt, trotzdem.
Der VfB beendet nun als Tabellenelfter die Ligaphase und der Gegner ist nun Celtic Glasgow. Immerhin hat man zuerst ein Auswärtsspiel, der "guten" Plazierung sei Dank. Kurz schnupperte der Bundesligist an dem direkten Weiterkommen, aber nur sehr kurz. Das wurde schlichtweg schon in Basel versaut. Die haben jetzt nur sechs Punkte auf dem Konto, drei davon gegen Stuttgart. Sagt alles.
Aus Sicht der Gäste war dieser weitere Gegentreffer tragisch. Ein Unentschieden hätte für ein Weiterkommen gereicht. Richtig blöd gelaufen.

Es war nasskalt und alles drängte sich irgendwie ins Warme.

Also am Anfang sah die Choreo etwas langweilig aus, zusätzlich fehlte die dramatische, martiale Musik. Der Schriftzug von unserem Platz natürlich nicht erkennbar.

Schließlich ergab das alles doch noch einen Sinn. Der Mittelpunkt stellte den schalhaltenden Fan dar. Im Prinzip eine Wettschätzung zunächst an sich selbst, aber im Prinzip an alle "die hard" Fussballfans der Welt.

Dieser Anblick hat dann doch für etwas Verwunderung gesorgt. Trotz Auswärtsverbot haben es Supporters aus Bern geschafft an Karten zu kommen. Es war mir klar, dass es über den freien Verkauf und Beziehungen schon vereinzelt dazu kommen würde. Aber alle in einem Block? Egal, es war friedlich und das war die Hauptsache.
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