Home of the Set Fare Arena, Livingston.                    Sonntag, 30. November 2025
 
Hallo Bloggs. Das nunmehr dritte Spiel meines Schottlandtrips. So sehe ich also Aberdeen schon zum zweiten Mal, diesmal aber auswärts. Man darf gespannt sein, wie die "Dons" sich in diesem Match präsentieren, denn im Ligabetrieb sieht es ebenfalls nicht besonders dolle aus. Zwar ist das Team unter Trainer Jimmy Thelin nicht gerade in unmittelbarer Abstiegsgefahr, aber für den amtierenden Pokalsieger sollte schon die Meisterphase mit der Vergabe der nächstjährigen Vergabe der internationalen Starterplätze drinliegen. Livingston ist als Aufsteiger auf dem letzten Platz und benötigt dringend Siege, Siege, Siege. Man darf also gespannt sein.
 
 
Der Livingston FC ist ungefähr das schottische Milton Keynes. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, gibt es den Ort Livingston erst seit wenigen Jahrzehnten und wenn man eine Städtchen attraktiv machen will, gehört ein Fussballclub dazu. Und deshalb ist Linvingston noch ein ganz junger Verein, erst seit 1995 hier ansäßig. Dementsprechend ist alles. Kaum echter Support, ein fast neues, kleines Ministadion und kleine Fanbase. Für die Gäste hat das Vorteile, es gibt im Prinzip massenhaft Tickets. Fast no limits. 
Zusätzlich sind die Anbindungen richtig schlecht, zumindest für Bahnreisende. Es gibt zwar zwei Bahnhöfe, mit den einfallsreichen Bezeichnungen Livingston South und North, aber die liegen schon weit entfernt. Ich habe mit der Haltestelle North die etwas kürzere Anmarschvariante gewählt, ich benötigte etwa 25 Minuten. 
 
 
Als ich dann dort war, war alles nicht so schlimm wie befürchtet. Alles wie erwartet schnucklig und klein. Für einen Erstligisten hat man einen kleinen Zuschauerschnitt, etwa 4.500 Zuschauer. Und dabei ist ein Match gegen die Rangers schon dabei. Daher werden Karten nur ausschließlich für den West Stand verkauft, Aberdeen belegte die komplette gegenüberliegende Seite und man konnte schon fast von einem Auswärtsspiel sprechen.
 
 
 
Man hatte sich für Livingstoner Verhältnisse einige Mühe gegeben, eine gute Stimmung zu organisieren. Schließlich ist der Aufsteiger Tabellenschlußlicht und mit Aberdeen kam ein Tabellennnachbar. Die "Dons" hatten nur sechs Zähler mehr und hinken den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Für beide Teams war eigentlich daher ein Sieg Pflicht.
 
 
Meine Sicht auf das Spielfeld war stark eingeengt. Hier sicht man die Persektive, erste Reihe ganz unten direkt hinter den Rollstuhlfahrern. Zunächst habe ich noch ein paar Pics gemacht und anschließend den Platz gewechselt. Die Tribüne war auch nicht ausverkauft und seitlich, fast auf Höhe der Eckfahne gab es noch ein paar freie Plätze.
 
 
Da war die Sicht schon weit besser und das Match lief schon. Viel versäumt habe ich nicht, es war zum Teil ein schweres Gebolze. Zumal der Kunstrasen ja wirklich nicht zu den Freunden jedes Fußballers gehört. Aberdeen war wie schon gegen den FC Noah erschreckend schwach und Livingston bestätigte seinen Tabellenplatz.
 
 
Mit einem schaurigen 0:0 ging es in die Halbzeitpause. Hier sieht man die komplett leere Nordtribüne, nicht mal gegen die beiden Glasgower Großclubs wird's richtig voll. 
 
 
Alles ist zu klein, sogar wenn nur ca. 5.000 Zuschauer kommen. Aber auf der Insel steht alles geduldig an, Schlange stehen gehört hier zum Volkssport. Auch war das Angebot wie überall, Hot Dogs und die überaus beliebten Pies. Bier gab es nirgends. Familyclub eben.
 
 
Die zweite Halbzeit war dann besser. Livingston verstärkte den Druck und Aberdeen hatte nun deutlich mehr Platz zum kontern. Aber die Gastgeber mussten in der achtzigsten Minute den Nackenschlag hinnehmen, Devlin vollendete zum 0:1. Die Freude war dementsprechend, wenn auch der VAR wieder mal einschritt. Hinter mir bruddelte das Livingstoner "schwierige Umfeld" im orginal "twenty minutes every time". Nun, so lange dauerte es natürlich nicht, aber eine Pinkelpause war fast drin. Auf jeden Fall zählte der Treffer irgendwann und Liv verlor auch dieses Heimspiel. Damit hat man weiterhin nur acht Zähler auf den Konto, der Klassenerhalt darf schon jetzt angezweifelt werden. Für Aberdeen dagegen ist der Aufwärtstrend bestätigt, das Erreichen der sogenannten Meisterphase ist Pflicht. Es fehlen noch drei Punkte, im Moment.
 
 
Damit war auch das letzte Match für mich beendet. Es war zwar trocken, aber richtig kalt. Da kamen die rund 3,5 Kilometer zum Bahnhof zurück gerade recht, zusammen mit anderen Supporters stapften wir zurück. Vorbei an weihnachtlich geschmückten Häusern, entlang der fast leeren Straßen, immer leicht bergan. Also Livingston muß man nicht unbedingt gesehen haben, da gibt es in Schottland weitaus bessere und ursprünglichere Grounds, Motherwell und Aberdeen zum Beispiel.
 
Keep the faith.
RaMü.