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The Den, Millwall. Sonntag, 04. Januar 2026
Hallo Bloggs. Es war die letztlich dritte Alternative zu den ausgefallenen Spielen und nach dem Match kann ich sagen, es hat sich durchaus gelohnt. Millwall, das war jahrelanger Abstiegskampf, mehr Gegrätsche als feiner Paß, mehr Gerenne als durchdachter Angriffsfußball. Das spielen die "Lions" heute auch noch, aber nicht mehr so oft. Die Bestätigung bringt der Blick auf die Tabelle, einen Platz unter den Top six, das ist mehr als außergewöhnlich. Gegner Swansea gehört zwar nicht zu den bekanntesten Namen auf der Insel, aber immerhin reichte es für ein paar Jährchen in der Premier League. Das ist aber schon einige Spielrunden her, im Moment zeigt der Daumen eher nach unten. Aber in dieser Liga ist alles möglich, selbst ein Aufstiegskandidat Millwall.
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Also in diesem Teil Londons war ich vor etwa zehn Jahren das letzte Mal, glaube ich. Auf jeden Fall hat sich nicht viel seither geändert, es ist und bleibt derselbe Ground seit der Eröffnung 1993. Das Fassungsvermögen beträgt ca. 20.000 Zuschauer, gegen die "Swans" aus Wales kamen 14.242 Supporters und die wurden nicht enttäuscht. Also dieses Match war deutlich schwungvoller, rasanter und unterhaltsamer als der Kick am Vortag in Brighton. Millwall war eindeutig tonangebend und strebte mit aller Macht den Sieg an, zuletzt hatte man doch etwas geschwächelt. Man hatte wohl gelernt, die Mischung macht's. Ballbesitz ohne dieses stupide Anrennen ist der Schlüssel zum Erfolg, das 1:0 durch Ivanivic der mehr als verdiente Lohn einer überlegenen ersten Halbzeit. Im Prinzip war es zu wenig und das rächte sich dann, denn Swansea kam wie umgewandelt aus der Kabine und schlug bereits in der 47. Minute zum 1:1 zurück. Millwall war nun sichtlich verunsichert und die Waliser übernahmen die Partie komplett. Für neutrale Zuschauer echt toll, für die "Lions" ein Horror. Vorbei die Dominanz, vorbei die Selbstsicherheit. So aber ab der 70. Minuten kippte dann das Spiel erneut, Millwall wurde nun wieder stärker. Schließlich erst in der Nachspielzeit klappte es dann, Taylor markierte den 2:1 Siegtreffer, welcher Millwall endgültig wieder in das Aufstiegsrennen katapultierte. Coventry bleibt zwar unangefochten die Nummer eins, aber der zweite direkte Aufstiegsplatz ist für zwischenzeitlich sechs Teams drin. So muß Fussball sein.

Diese Brücke markiert den Zugang zur "Sahneseite" des Stadions von Millwall.

Schon unglaublich was da an einem Spieltag noch rumliegt, das Ordnungsamt hat wohl von Weihnachtsurlaub.

Alles wirkt ursprünglich, derb und echt. "The Den" des Millwall FC. Mit "The Den" ist übrigends die Höhle der Löwen gemeint, schließlich ist dieses Raubtier das Wappentier des Clubs.


Alle Ecken sind offen, eine Schließung auch nicht geplant. Wozu auch, es ist wirklich selten ausverkauft.

Der Anhang aus Swansea. Keine Banner, keine Schals, dafür recht lautstark.

Es ist schon außergewöhnlich, dass auf den Anzeigetafeln im Prinzip das Match zeitgleich mitläuft. Manche meinen, das gehört zum Konfort dazu.

Endlich das 1:0. Wer bei den Spielen des FC Millwall im Stadion ist, wundert sich über dieses seltsame Gebrüll. Ich habe mal gegoogelt, angeblich möchte man damit den Gegner einschüchtern und simuliert somit das Gebrüll eines Löwen. Träumt weiter, Jungs.

Irgendwann befreite sich Millwall dann und erzielte das 2:1, daheim sind die "Lions" schon eine Macht. Nur auswärts hapert's noch.
Mit der Rückfahrt hatte ich echt Glück, kaum war ich am Busstop bog auch schon der Bus um die Ecke. Ich brauchte trotzdem rund fünfzig Minuten bis Bahnhof Victoria. Von dort aus nochmals achtzig Minuten bis nach Eastbourne. Fussball kann schon anstrengend sein, auch als Zuschauer.
Keep the faith.
RaMü.
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