
Seven sisters
Hallo Bloggs. Nun ist es schon vier Wochen her, als ich auf der Insel war. Natürlich war auch in Sachen Touristik einiges angesagt, ich habe diesen Trip auch aus diesem Aspekt gewählt. Innerhalb der nächsten Tage haue ich nun die Posts raus, bis zum nächsten Heimspiel des VfB gegen Köln sollte ich "durch" sein.
Innerhalb der Londoner Tube gibt es die Haltestelle Seven Sisters. Wer Heimspiele von Tottenham Hotspur besucht, kann dort aussteigen. Angeblich gab es vor dem weiteren Ausbau der weltberühmten Londoner U-Bahn dort eine örtlich bekannte Baumgruppe, die sieben Bäume erhielten den Beinamen, die "sieben Schwestern".
Seven sisters gibt es aber noch viel toller und ist sogar ein Teil des National Trust in Großbritannien. Es handelt sich dabei um eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel, den Kreidefelsen. Die Seven Sisters befinden sich in der Nähe von Eastbourne und sind speziell im Sommer eine wahre Attraktion. Die Gegend ist touristisch sehr gut erschlossen, die "coastliner" der Busunternehmen halten an jeden Ort. Aber nur während der Hochsaison.
Der Januar gehört definitiv nicht dazu und so mußte ich den normalen Bus nehmen, in East Dean ging es raus. Allein dieser Ort an sich ist sehenswert, England aus dem Bilderbuch. Es war frostig, der Boden noch gefroren und ... absolut fabelhaftes Wetter. Traumhaft. Von wegen immer Nebel und Regen.

Von hier aus waren es ungefähr fünfundzwanzig Minuten zu Fuß. Fast immer leicht bergab, immer der Straße nach, allerdings ohne einen ausgebauten Gehweg. Nach einer Biege kam das begehrte Ziel zuerst in Sicht. English Channal. Ärmelkanal sagen nur wir Deutsche und Franzosen.

Und dann durch die Baustelle eines neuen Parkplatzes direkt ran, an die Felsen. Es war ein Ausblick wie von einer Hochglanzbroschüre eines Reisebüros, fast perfekt. Und, es war Flut. Natürlich konnte man auch runter, alles ohne große Probleme.




Die Cliffs sind ein Wanderparadies. Ich habe mich schon vorab dafür entschieden, nach Eastbourne zurück geht's zu Fuß. Es waren bis zum Hotel letztlich etwa fünfzehn Kilometer, und man benötigt schon ein wenig Kondition. Zunächst geht es etwas bergauf, in Richtung Belle Tout Lighthouse. Hier kann man auch übernachten, es ist ein Bed & Breakfast. Auf jeden Fall ist die Aussicht phantastisch.

Hier ein Beispiel der Wege. Ganz links die Haltebucht der "Coastliner" Busse, welche im Sommer immer entlang der Küste fahren und so jede größere Sehenswürdigkeit bedienen. Wie gesagt, nur in der "season". Ansonsten immer den Tramelpaden lang, mal direkt an dern Klippen, mal etwas in sicherem Abstand.

Der Blick zurück. Hinten rechts sieht man das Dörfchen East Dean, ganz hinten Teile der Seven Sisters. Diese Bezeichnung stammt angeblich aus dem 16. Jahrhundert und damit sind die sieben Senken gemeint. Warum und wieso auch immer. Etwas besser im Bild das Belle Tout Lighhouse. Zum Thema Sicherheit. Es gibt so gut wie kein Absperrung oder ähnliches. Lediglich ab und zu ein paar Seile, welche aber nur als Markierung zu verstehen sind. Wer runter fällt, hat selbst Schuld.

Dieses Motiv gibt es unzählige Mal. Es ist in jedem Touristikhinweis auf die Grafschaft East Sussex zu finden. Der kleine Leuchtturm vor dem Beachy Head ist nicht mehr in Betrieb, dafür aber ein sehr attraktives Motiv.

Ich habe fast unzählige Bilder gemacht, der strahlend blaue Himmel war unglaublich. Ich weiß, ich wiederhole mich. Hinter dem Beachy Head geht es dann etwas ums "Eck" und Eastbourne kommt in Sicht. Es führen mehrere Wege runter, ich nahm natürlich wieder einen etwas abenteuerlicheren Pfad, zum Schluß mußte ich durch eine Schafsweide. Aber es war ja gefrorener Boden. Grins.

Am Stadtrand von Eastbourne beginnt der South Downs National Trail. Bis zum Ziel in Winchester sind es rund 160 Kilometer. Wer will. Da ich doch insgesamt nunmehr über fünf Stunden unterwegs war, habe ich mir gegen 16.00 Uhr Lunch und das Abendessen als eine Mahlzeit genehmigt. Im Pub The Duke of Devonshire gab es dann richtiges Pubfood. Und ein Pint Strongbow.

Zum Schluß dieser Post noch ein paar Anmerkungen. Dieser Teil Englands ist wirklich schön, das wissen nicht nur die Touristen aus dem Ausland. Auch die Londoner nutzen diesen nahen Teil der Küste zu Wochenendausflügen. Außerhalb der Saison ist man fast alleine unterwegs, hat was. Allerdings gibt es dann natürlich auch Einschränkungen. Viele kleine Restaurant sind nun geschlossen, die Hotels an der Promenade in Eastbourne fast menschenleer. Die Souvenierläden sind, wenn geöffnet etwas trostlos, man ist oft der einzige Kunde. Zudem wird dann eifrig renoviert und gebaut. Es sind eh keine Touris da. Eastbourne und Umgebung ist mit dem Pkw von Dover aus in etwa 90 Minuten zu erreichen. Diesselbe Zeit benötigt man auch mit der Bahn, vom Londoner Bahnhof Victoria aus. Hier fahren die verschiedenen Zuggesellschaften so im Halbstundenrythmus. Natürlich gibt es noch weitere Posts zu Eastbourne und Umgebung. Dranbleiben.
Keep the faith.
RaMü.