Ruhrstadion, Bochum.  Mittwoch, 03. Dezember 2025
 
Hallo Bloggs. Wer erneut nach Berlin will, muss sich in allen Pokalrunden durchsetzen. Egal gegen wen und wo. Also ist die Sachlage klar, durch das Nadelöhr Bochum muss man durch. Ob gar erst nach Verlängerung oder Elfmeterschießen ist schnuppe, Hauptsache eine Runde weiter.
Aber Gastgeber Bochum hat sich stabilisiert. Nach dem Katastrophenstart in der zweiten Liga bewirkte der Trainerwechsel wie eine Frischzellenkur. Jünger und jetzt hungriger, so das Erfolgsrezept seit Uwe Rößler das Zepter schwingt. Aber trotzdem sind Grenzen gesetzt und der VfB hat auf jeden Fall Mittel und Wege tief im Westen zu bestehen. Leicht wird's bestimmt nicht, aber machbar ist es trotzdem. Auch im Westen, wo angeblich sogar die Sonne verstaubt ist. 
 
 
In der 48. Spielminute war der Drops gelutscht, das Viertelfinale so gut wie gesichert. Allen bösen Erfahrungen und Unkenrufen zum Trotz stellte sich der VfB Stuttgart anschließend nicht mehr so dämlich wie noch beim HSV an, als man ebenfalls in Überzahl sogar noch verlor. Diesmal wurde die ganze Pokalbegegnung erwachsen runtergespielt, ohne zu glänzen. Die Aufstellung war erneut geändert, die Spiele kommen in knüppeldicker Reihenfolge, ein Stress für Verein, Spieler und Fans. Trotz des vierten Auswärtsspieles in Serie war der Gästeblock erneut restlos ausverkauft und auch auf den anderen Tribünen sah man manchen Brustring blitzen. Irgendwie war es schon wie Ironie pur, mit dem Ende der freiwilligen Schweigepflicht des organisierten Supports fiel das 0:1. Bezeichnenderweise per Eigentor, ein Einwurf von Hendriks wurde unhaltbar ins lange Eck verlängert. Das spielte dem VfB in die Karten und der VfL Bochum konnte zwar weiterhin Nadelstiche setzen, aber so richtig überzeugend wirkten die Hausherren auch nicht. Stuttgart verwaltete jetzt schon und mit dem Kopfballtor von Undav unmittelbar nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit war die Sache fast durch. Schließlich hatte sich der VfL schon selbst geschwächt, eine rote Karte in der 44. Minute wegen Notbremse als letzter Mann zog den Blauen zusätzlich den Stecker. Dann folgte das, was man sich eigentlich so wünscht. Mit dem notwendigen Ernst und Einsatz hielt der Bundesligist den letztjährigen Absteiger vom eigenen Tor fern und so richtig wild war man aber auf den dritten Treffer auch nicht. Dafür wurde weiterhin munter gewechselt, ja, ja, die vielen Spiele. Und so blieb es unterm Strich ein Match, das nicht gerade vor Spannung knisterte. Also damit und diesem 0:2 konnte ich persönlich gut leben. An diesem trockenen und frischen Abend im Westen, welcher angeblich vor Arbeit ganz grau ist.
 
 
Abendspiele sind immer wieder reizvoll. Vom Hauptbahnhof aus braucht man ungefähr 25 Minuten zu Fuß. Immer die Castropper lang.
 
 
Es war schon mein zweiter Besuch in diesem Kalenderjahr. Nach dem Bundesligamatch nun im Pokal.
 
 
Wenn "Gröhlemeyer" singt, kommt das Bochumfeeling richtig auf. 
 
 
Auch diesmal wieder Stehblock, ganz oben. Da stehen zumeist auch die Veteranen. Also solche, welche schon 1984 hier waren.
 
 
Das bisschen Pyro zu Beginn der ersten Halbzeit war pillepalle. Der Anpfiff zur zweiten Hälfte verzögerte sich um rund sieben Minuten. Ich persönlich rechnete mit einem Abgang der Teams in die Kabinen, aber der Schiedsrichter blieb erstaunlich gelassen. Ich gehe davon aus, die Strafe wird heftig werden.
 
 
Vermutlich war es sogar zeitlich zwischen den Ultras so abgesprochen. Kaum war Anpfiff zündelten die Bochumer.
 
 
Man sieht anhand der Bildauswahl, was das beherrschende Thema war. Also das Pokalspiel insgesamt war nicht ganz so feurig, wie das Drumherum. Egal, wir stehen im Viertelfinale. Noch zwei Spiele bis Berlin.
 
Keep the faith.
RaMü.