Amex Stadium, Brighton.  Samstag, 03. Januar 2026.
 
Hallo Bloggs. An Karten für Brighton & Hove Albion zu kommen ist äußerst schwierig, daher ist meine Freude hier besonders groß. Es war Zufall und natürlich auch der Begegnung geschuldet. Gegner Burnley ist für jeden gastgebenden Verein eine graue Maus. Auch das gibt es auf der Insel. Die Sachlage ist klar, ein Heimsieg der "Seagulls" ist Pflicht. Schließlich hinkt man den Ansprüchen hinterher, schon fünf Punkte Rückstand zu den internationalen Starterplätzen. Für Burnley aus dem Nordwesten Englands ist der Trip an die Südküste von enormer Bedeutung, man steckt tief im Abstiegssumpf. Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen, spielerische Elemente wohl Mangelware. Auf jeden Fall habe ich mit dem Amex Stadium endlich meine Liste der Premier League Grounds voll, "clap your hands".  
 
 
Erst bei der Mannschaftsaufstellung ist mir der Name aufgefallen, Bruun Larsen beim FC Burnley. Mensch, der war doch schon beim VfB, sogar zwei Mal. Im Sommer war er gewechselt, für vier Millionen. Die Schwaben haben 1,7 Millionen bezahlt, nach einem halben Jahr wieder weiterverkauft, mehr als das Doppelte. Der VfB Stuttgart als Dealmaker. 
Mit dem Amex Stadium von Brighton & Hove Albion habe ich jetzt meine aktuellen Clubs der Premier League komplett. Es war ein toller Trip in ein tolles Stadion, wenn auch die Tradition in diesem Ground keine Rolle mehr spielt. Auf jeden Fall ist alles sehr geschmeidig, alles auf dem neuesten Level. Von den Zahlungsmöglichkeiten, über das Catering bis zu den Sitzplätzen. Dazu mehr in einer Extrapost nach der Reise. Nun aber zum sportlichen Aspekt.
Es war ein mehr als durchschnittliches Match in der Eltiteklasse Englands. Ein eine fast pomadige Vorstellung der "Seagulls" reichte um einen erschreckend schwachen FC Burnley mit 2:0 zu schlagen. Brighton beendete damit eine Sieglosserie von sechs Spielen und Burnley bestätigte seinen Ruf als perfekten Abstiegskandidat. Die Abwehr nur auf dem Papier, der Sturm gar nicht vorhanden, hilflos und harmlos. Es war ein Match ohne große Stimmung, der Gegner zu mies, die eigene Mannschaft mit diesem farblosen Dreier hochzufrieden. Seltsamerweise wurde die Einwechslung von Blitztransfer Pascal Gross zum Highlight, das sagt alles. Und da wurde mir erst klar, was dieser Gross für Brighton alles bedeudet. 228 Spiele für den Club an der Südküste, das ist ein Wort. Er wurde mehr als herzlich empfangen, viele Emotionen für einen Spieler im Alter von 34 Jahren. Die Hausherren hatten bis zu dieser Einwechslung die Begegnung schon längst entschieden, Rutter in der 29. und Ayari sofort nach Wiederanpfiff in der 47. Minute hatten den Dreier schon festgezurrt und da war Larsen schon nicht mehr dabei, ausgewechselt. Aber man hätte im Prinzip das gesamte Team auswechseln können, Schwamm drüber. Es plätscherte so vor sich hin, mit dem berühmten Tempofussball war es nicht weit her. Und so blieb es bei einem kurzen Aufflackern des FC Burnley nach der Pause, nach zehn Minuten war Schluß. Also wenn da nicht viel mehr passiert, wird im Turf Moor Stadium im Nordwesten in der nächsten Saison wieder Fussball der Championship / 2. Liga gespielt. Ob Brighton wieder der Sprung in den internationalen Fussball gelingt, steht auch in den Sternen, da muss das Team von Ex-Paulitrainer Hürzeler schon gewaltig zulegen. 
 
 
Zunächst ein Bild vorweg. Es war ein herrlicher Tag an der Südküste, hier der Pier von Eastbourne. Für fünf Nächte bin ich hier, das Wetter soll ungefähr so bleiben. Strahlender Sonnenschein, bei rund drei Grad PLUS.
 
 
Irgendwie erinnert alles an das Etihad Stadium von Manchester City. Ok, man kann den Bahnhof Falmer mur mit den "normalen" Zügen erreichen und nicht mit der Strampel. Aber ansonsten? Die geschwungenen Außenoptik und überhaupt, alles sehr gelungen.
 
 
Für die Fans bietet Brighton im Außenbereich unglaublich viel. Man hat massig Platz und dementsprechend wird das Angebot auch angenommen. Das American Express Stadium wird umgänglich nur das Amex ausgesprochen liegt außerhalb der Stadt, ist aber sehr gut zu erreichen.
 
 
Natürlich gab es den traditionellen Rundgang, also der war easy. Der ganze Stadionkomplex ist unglaublich durchdacht, von den Parkplätzen über den Bahnhof bis zum eigentlichen Ground. Hat halt doch gewisse Vorteile, wenn man auf der grünen Wiese komplett neu baut. Also hier ist es der Umzug wirklich gelungen.
 
 
Knapp 32.000 Zuschauer gehen rein. Zwar sind die beiden Tribünen hinter den Toren in unterschiedlicher Höhe angelegt, aber das tut den Gesamteindruck nicht stören. Das klitzekleine Feuerwerk wird von Profis gezündet und ist mit den Pyroorgien in anderen Ligen nicht zu vergleichen. Auf der Insel sind solche Dinge immer noch verpönt und werden rigeros geahndet.
 
 
Die Stimmung war ... na ja. Das gesamte Stadion kam vielleicht so drei, vier Mal. das war's. Lediglich der Stand der Heimfans sang ab und zu. Es plätscherte so ein wenig vor sich hin, der Gegner schlichtweg überfordert. Der Gästeblock war überraschend ausverkauft, aber auch deren Sangeskünste hielten sich in sehr überschaubare Grenzen.
 
 
 
Endlich das 1:0, zuvor schon wurde ein Treffer wegen Abseitsstellung aberkannt. Albion spielt einen gefälligen Offensivfussball, während Burnley nur auf Schadensbegrenzung aus war. Also wie die Jungs aus dem Norden den Klassenerhalt schaffen wollen, ist mir ein Rätsel.
 
 
Und so ging es hin und her, nach dem Blitzteffer in der zweiten Halbzeit war die Sache schon gelaufen. Brighton traf per Freistoß noch die Latte, das war es dann. Hauptsache wieder ein Sieg.
 
 
So ab der 80. Spielminute gab es dann eine Art "Fluchtbewegung" auf den Rängen. Dachte ich. "Mann, die gehen aber früh". Der Grund wurde mir später klar. Der Bahnhof Falmer wird ausschließlich in beiden Richtungen mit einer "normalen" Linie bedient. Heißt in diesem Fall, die Züge verkehren nur jede zwanzig Minuten. Bei der Kälte gegen Abend drängte jeder früh zum Bahnhof. Ich hatte Glück und erwischte nach nur zehn Minuten Wartezeit meinen Zug zurück nach Eastbourne. 
 
 
Um ein übermäßiges Gedränge auf den Bahnsteigen zu vermeiden, baute man die Treppen in Form einer Serpentine. Wer Pech hat, hängt da eine halbe Stunde fest. Dieser Vorgang ist in beiden Fahrtrichtungen möglich. Im Prinzip ist das Amex immer ausverkauft, also jedes Mal dasselbe Theater.
 
 
Keep the faith.
RaMü.
 
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