Wenn du mich fragst ...
wer Meister wird, dann sage ich zu dir, das können nur die Schwaben sein, ja die Jungs vom VfB.
 
Hall Bloggs. Und zum Schluß dröhnte es durch das Stadion, dieser Klassiker aus den viel besseren Zeiten des VfB Stuttgart. Es sangen nicht nur Hardcore der Cannstatter Kurve, nein im Prinzip fast alle. Hartgesottene Veteranen neben fiepsenden Kinderstimmen, alle gröhlten und tanzten, der Auftakt zum Cannstatter Wasen war geglückt. Sportlich auf jeden Fall.
Natürlich weiß jeder Fan, es ist nur eine Momentaufnahme, aber eine durchaus schöne. Wie oft konnte man es in den letzten Jahren skandieren, dieses "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey"? Sei es allen gegönnt, irgendwann wird es schon wieder knackiger, härter, ernüchternder. Der Spielplan meinte es gut, aber im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten nutzt der VfB die Gunst der Stunde und zieht sein Ding durch. Der Reifeprozess ist zwar noch im vollen Gange, aber erste erkennbare Resultate sind schon zu erkennen.
Da spielt der VfB selbstbewußt sein Spiel, gegen ein allerdings offensiv harmloses Darmstadt und dann überwindet Zagadou seinen eigenen Torhüter zum 0:1 und was machen die Jungs? Man ist wenig beeindruckt und verstrahlt weiterhin Ruhe und Überzeugung vom eigenen Plan. Das schnelle 1:1 durch Millot war da selbstredend hilfreich, ohne Frage. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses steht zur Zeit natürlich Toptorjäger Guirassy, aber im Schatten gewinnen Führich, Karazor und Co ständig an Schärfe und Profil. Das 2:1 vor der Pause entsprach nicht nur den Spielanteilen, war auch hochverdient. Guirassy ist zur Zeit der Superstar der Liga und krönte seine Leistung durch das 3:1 in der fetten Nachspielzeit. Es war ein beeindruckendes Spiel, weil die Roten einfach ein Match gewannen, das man gewinnen muss. Egal wie. Daheim, gegen einen nach wie vor Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, einen Rückstand gedreht, das ganze Programm.
Jetzt hat man schon zwölf Punkte auf dem Konto. 36 Zähler sind unbedingt nötig, ein Drittel bereits eingefahren. Sollte der VfB mit 24 Punkten in die Winterpause gehen, wäre schon unglaublich viel erreicht. Denn mit Beginn der Rückrunde fallen ja mit Silas und eben Guirassy zwei echte Waffen im Sturm aus, Afrikacup. Eventuell fünf Begegnungen. Zusätzlich droht noch der Militärdienst von Jeong. Deshalb zählt im Moment jeder Sieg doppelt, laßt uns die Zeit genießen.
 
 
Zur Erinnerung und zur Abdeckung der noch grauen Betonstufen, 130 Jahre VfB.
 
 
Da kam das Flutlichtspiel gerade recht. Nach dem Anpfiff gab es schon eine kleine Kostprobe, was mit der nagelneuen LED-Beleuchtung so alles möglich ist. Manche meinten, wenn dann in der nächsten Saison Champions League gespielt wird, wird es noch toller. Ball flach halten, Leute.
 
Keep the faith.
RaMü
 
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