Im Schatten von Manchester: Die Stunde fast voll

 
Hallo Bloggs.
 
Heute also zur letzten Post unserer Serie " Im Schatten von Manchester ". Das vorgelegte Ziel mit maximal einer Stunde ist mit Blackburn erreicht. Die schnellste Zugverbindung zum aktuellen Zweitligisten ist fast diese eine Stunde, allerdings mit einem Umstieg in Bolton. In der Regel fährt die Northern Railway ab Hauptbahnhof Picaddilly.
 
 
Vom Bahnhof in Blackburn ist ein kleiner Fußmarsch von knapp einer halben Stunde angesagt. Allerdings kann man hier auch in den Nahverkehrszug nach Mill Hill boarden, von dort aus sind ist es nur noch eine Viertelstunde. Zeit gewinnt man keine, das Warten auf den Anschlußzug ist zu zeitintensiv. Oder man nehme natürlich ein Taxi.
 
 
Die Blackburn Rovers sind ein gutes Beispiel, wie Tradition nicht vor den Machenschaften der Moderne schützt, gar lästig sein kann oder am Ende der einzige vermarktbare Trumpf eines Clubs ist, der vor langer, langer Zeit die Geschicke des Fussballs mitgestaltete. Was man alles in einen Satz packen kann! Auf jeden Fall sind die " Rovers " heute nicht mehr auf der Karte der Premier League zu finden, zwischendurch tourte die Mannschaft sogar in so bedeutenden Stadien wie dem Sixfields Stadium in Northampton oder das Kassam Stadium von Oxford United. Das war in der Saison 2017/18 und das war dritte Liga. Das ist zwar zwischenzeitlich ausgebügelt, die zweite Liga ist aber auch das Höchste der Gefühle. Dabei gehörte man früher zu den ganz Großen, den richtig ganz Großen.
 
 
So waren die " Rovers " im Jahre 1888 Gründungsmitglied der Football League, dem Vorvorvorläufer der heutigen Premiership. Blackburn vertrat damit geografisch den absoluten Nordwesten und der Ewood Park war schon die Heimat. Das gilt auch heute noch. Man mischte immer mit, errang Meisterschaften und war im ganzen Land bekannt. Mit dem wirtschaftlichen Untergang des " black country ", vergleicbar mit dem Ruhrgebiet vergrößerten sich auch die Sorgen im Fussball. Mit dem Stilllegen der Zechen und Kohlegruben veränderte sich auch die Region und der Fussball stürzte mit ab. Die dritte Liga war schon in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts kein unbekanntes Blatt mehr. Erst mit dem Einstieg des Industriellen Jack Walker kehrte der Erfolg zurück. Alan Shearer war der bekannteste Name und zugleich der Garant für den Gewinn der Meisterschaft im Jahre 1995. Mit dem Tod von Walker änderte sich aber auch schleichend die Einflußname auf den Profifussball. Die Schatztruhen wurden zu klein, unglaublich viel Geld hielt im Fussball nun seinen triumphalen Einzug.
 
 
Jetzt kamen die Ölmultis verschiedener Länder zum Zug und da passte ein Verein aus der Provinz nicht ins Beuteschema. Die schillernde Metropole London oder zumindest die weltbekannten Fussballstädtenamen lockten. Das alles konnte Blackburn nicht bieten. Zwar lehnte man sich nochmals auf, war sogar noch vor rund zehn Jahren im internationalen Geschäft unterwegs. Aber die Wolken im ehemaligen Kohlerevier der Insel verdüsterten sich und der Abstieg vollzog sich immer schneller und rasanter. Mittlerweile hat man sich wohl damit abgefunden, dass man diese Gegend oberhalb Manchesters nicht mehr so schnell in einer Tabelle der Premier League finden wird. Lediglich Burnley vertritt diese Region noch.
 
 
Der Ewodd Park ist in der sogenannten " Mittelklasse " der Grounds zu finden. Die 31.000 Plätze sind schon lange nicht mehr alle belegt, seit dem Abstieg aus der Premier League 2012 sackte der Zuschauerschnitt von 22.551 auf inzwischen 11.423 in der letzten meßbaren Zweitligasaison 2019/20 ab. Auch hier muß man abwarten, wie der Verein die Coronakrise übersteht, das Problem dürfte aber wohl weltweit die Gemüter beunruhigen.
 
Damit ist die Serie beendet. In Kürze gibt es dann eine kleine Zusammenfassung. Davor aber leider einen ironischen Kommentar zum VfB Stuttgart, welcher trotz einer gewissen positiv, sportlichen Vorstellung nicht aus den Schlagzeilen kommt.
 
Keep the faith,
RaMü
 
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