Streets of Glasgow
 
Hallo Bloggs. Mein letzter Aufenthalt in Glasgow war nur für ein paar Stunden. 2010 flog in nach Edinburgh und dann sofort weiter mit dem Bus nach Glasgow. Schnell das Match Celtic vs. Ross County reingezogen und gleich wieder zurück nach Edinburgh, erst dann einchecken im Hotel. Alles an einem Tag. Puuh.
Auch davor war ich mehrere Male dort, aber nie drei Tage. Genug Zeit also, die Stadt zu erkunden. Mein damaliger Eindruck wurde aber bestätigt, so richtig viele schöne Ecken habe ich wirklich nicht gefunden. Vielleicht tue ich da der größten Stadt Schottlands unrecht, ich weiß nicht. Für mich ist und bleibt es eine Arbeiterstadt, welche einen Charme versprüht, der nur als derb bezeichnet werden kann. Alles wirkt rauh, aber herzlich, wenn ich das mal so ganz subjektiv umschreiben darf. Erst am zweiten Tag habe ich dann eine kleine Tour zu Fuß unternommen und dabei ein paar Nettigkeiten entdeckt, geht doch.
 
 
Die obige Karte zeigt meinen kleine Tour durch Glasgow. Start war die Gegend um die University of Strathclyde, welche mit all ihren Gebäuden quasi im Nordosten der Stadt ein komplexes, eigenes Areal bildet.
 
 
Von hier ist es nicht weit bis zur Kathedrale von Glasgow. Natürlich gib es viel mehr, aber dieses mittelalterliche Gebäude ist das markanteste geistliche Zeichen der Stadt, man spricht auch von "medival town". Also das halte ich etwas für übertrieben, aber immerhin bilden die umliegenden Häuser und Gärten eine Oase, wenn auch schon am Rande der City gelegen. Also überall habe ich Pech, wo ich hinkomme, steht ein Baugerüst.
 
 
Neben der Kathedrale führt die "Bridge of Sights" zur sogenannten Glasgow Necropolis, so wird der viktorianische Friedhof genannt. Hier sind lauter Persönlichkeiten speziell der beiden letzten Jahrhunderte begraben. Alles war Rang und Namen hatte und hat, ist hier beerdigt.
 
 
Es ist ein wunderschöner, gar etwas verwunschener Ort. Es dokumentiert die Grabkunst der britischen Epochen, ist ein sehenswerter Flecken und bietet zugleich einen Ausblick über die Stadt. Er ist an einem Hügel angelegt und man kann gemächlich die Sperpentinen hinaufschlendern. Für Eilige gibt es natürlich auch Abkürzungen.
 
 
 
Die untere Seite des Friedhofes ist weniger aufregend. Die Grabstätten weniger prächtig, dafür kleiner und gediegender.
 
 
Unmittelbar neben dem Friedhof liegt eine Brauerei, wie praktisch. Gleich neben dem Zaun beginnt sofort das Betriebsgelände. Ein etwas seltsamer Anblick.
 
 
Zurück zu einem der Haupteingänge und dann rum ums Eck, an der Brauereischänke Drygate vorbei und zum eigentlichen Hauptareal der Tenennt Brewery, dem sogenannten Wellpark. An diesem Standort wird seit 1884 gebraut, Gründungsjahr ist  allerdings schon 1566. Tradition pur.
 
 
Entlang der Duke Street gibt es zahlreiche Murals, also sogenannte kreative Wandmalereien im öffentlichen Raum. So zumindest Wikipedia. Hab natürlich einige Pics davon gemacht, oben nur ein Beispiel. Gefallen hat mir der nicht abgebildete Werbespruch "Wir verwandeln Regenwasser in Bier". So meine Übersetzung.
 
 
Keine Großbrauerei ohne Führung mit "tasting", also abschließendem Umtrunk. Es war morgens um 11.00 Uhr, für meinen Geschmack etwas zu früh. Aber ab 11.00 Uhr geht's auch schon los. Es gibt verschiedene Angebote. Die einfache Rundtour kostet rund 17,-- € und dauert etwas neunzig Minuten. Allerdings bleibt man da trocken. Für etwa 60,-- € gibt einen große Tour mit anschließendem Meal. Getränk unlimited. Alle Angebote gelten für Besucher ab 12 Jahre, WOW. Allerdings nur in Begleitung der Eltern! Immerhin.
 
 
Auf der High Street ging es dann runter Richtung Fluss. Hier taucht man dann wieder ein in das eng bebaute Glasgow, es gehört schon wieder zur inneren City. Unterwegs fällt der Tolbooth Steeple auf, ein ehemalige Zollgebäude. Leider wurde es abgebrochen und heute steht nur noch der Glockenturm, welcher aber schon 1626 erbaut wurde.
 
 
Von hier aus sind es nur fünfzehn Minuten bis zum Glasgow Green, dem großen Stadtpark. Direkt am River Clyde gelegen ist es ein schöner Ort, welcher mehrere Erholungsmöglichkeiten bietet. Der McLennan Arch ist der optische Aufhänger, dann geht es rein in das Gelände, welcher für die Commonweatlh Ausstellung 2014 neu konzipiert wurde.
 
 
Der Park ist doch recht groß, eine Orientierung lohn sich auf jeden Fall. So ziemlich zentral ist das People's Museum. Drin war ich nicht.
 
 
Das People's Museum erzählt die Geschichte der Stadt und seiner Menschen. Der Aufstieg zur Industriestadt mit all seinen Vor- und Nachteilen ist dabei ein Schwerpunkt.
 
 
Eigentlich wollte ich länger im Glasgow Green verweilen, aber das Wetter änderte sich leider rasch, und zwar zum negativen. So bin ich Richtung Hauptbahnhof, dem Glasgow Central. Die Stadt verfügt über zwei Großbahnhöfe, davon aber später in einer anderen Post. Ich wollte was essen, schließlich war schon 13.00 Uhr Ortszeit. Dieses übliche Fast Food gint es überall, also auf in einen echten Pub.
 
 
Diesmal war es der MacSorley's. Also rein und dann großes Erstaunen, ich war der einzige Gast. Ich fragte noch, ob überhaupt geöffnet sei?. Na klar, die Antwort. So habe ich ein Daily Special bestellt, eine Pizza. Na ja, es war nichts Besonderes. Auf jeden Fall hatte die Bedienung Zeit und fragte mich, ob ich denn einen besonderen Musikwunsch hätte, denn schließlich ist es eine Livemusickneipe. Schätze mal, ich hätte am Abend hierher sollen. Ich antwortete und tatsächlich dröhnte dann dezent Aerosmith durch den Pub.
 
 
Der Abschluß bildete dann wie erwähnt der Hauptbahnhof. Der allein ist eine Post wert. Auf jeden Fall habe ich mir dann vorab schon das Zugticket für das Spiel in Kilmarnock gekauft, im Feierabendverkehr ist das historische Gebäude dann doch recht überlaufen. Ich sollte Recht haben.
Glasgow hat natürlich und bestimmt einiges mehr zu bieten. Aber eines ist klar, zu den unbedingten "must see" Zielen gehört es definitiv nicht. Vielleicht ist das auch gut so. Mit Glasgow verbindet man zuerst Fussball, die Rangers und Celtic sind daher die besten  Werbeträger.
 
Keep the faith.
RaMü