Von oben und von unten
 
Hallo Bloggs. Bekanntlich versuche ich immer meine Trips mit irgendwelchen touristischen Zielen am Spielort oder auch bei der Anfahrt zu verbinden. Nur mal gschwind zum Kick und heim, dafür ist mir der Aufwand viel zu schade. So auch diesmal. Da Lustenau in unmittelbarer Nähe zu Bregenz liegt, bot sich hier ein Stopp an. Das Wetter war fast hochsommerlich und so musste ich die Sehenswürdigkeiten mit Urlaubern und Wochenendausflüglern teilen. Trotzdem hat mir der Tag sehr viel Spaß gemacht und mit dem Derbyerlebnis am Abend einen würdigen Ausklang gefunden. Der Reihe nach.
Nach dem Grenzübetritt in Lochau, also vor dem Pfändertunnel fuhr ich sofort die abenteuerliche, schmale Straße zu eben diesem Pfänder hoch. Es ist der Hausberg des Bodensees und auch dementsprechend touristisch erschlossen. Der Parkplatz war doch recht gut gefüllt, obwohl die meisten Besucher den Lift direkt aus Bregenz benutzen. Es hat sich gelohnt, die Sicht war herrlich und das Gewimmel von Leuten groß.
 
 
Danach wieder runter und nach Bregenz rein. Es war der übliche Sommerwetterwochenendfreitagsnachmittagverkehr, alles drängte in die Innenstadt oder an die Badestrände. Schließlich wurde ich in einem Parkhaus fündig, für drei Stunden bezahlte ich dann 6.-- €. Dafür lag es zentral, direkt am Hafen und an der Innenstadt.
 
 
Die "City" ist klein und überschaubar. Es locken die üblichen Läden und Fachgeschäfte. Für den hungrigen Besucher gibt es für jeden Geldbeutel etwas. Ich versuche immer auf das sattsam bekannte Fastfood zu verzichten und bevorzuge gediegene heimische Küche. Und siehe da, der "goldene Hirsch" war genau mein Geschmack. Also rein. Alles saß im Biergarten und stöhnte unter der Hitze, ich saß allein im kühleren Innenbereich und genoß die Frische.
 
 
 
Danach wieder in den Trubel. Wer aufmerksam ist, kann dann oberhalb das Oberdorf entdecken. Allerdings muss man schon ein wenig die Füße bemühen, denn es sind schon ein paar Stufen hinauf. Aber es lohnt sich. Man hat seine Ruhe und kann dieses Dorf in der Stadt richtig bewundern und durch die historischen Gassen schlendern.
 
 
Natürlich gibt es noch viel mehr. Aber für mich war das genug, auf der Weiterfahrt nach Lustenau machte ich nochmals am Seeufer einen Halt. Auch hier tummelten sich viele Sonnenhungrige, der See zog die Leute fast magisch an. Trotzdem fand jeder irgendwo "sein" Plätzchen.
 
 
Das war dann der endgültige letzte Hotspot in Sachen Touristik. Ich fuhr dann zurück zur Autobahn, cruiste die paar Kilometer runter in Richtung Lustenau und parkte dort dann direkt beim Stadion. Hier war alles trotz des Spieles in etwas über zwei Stunden relativ ruhig. Und so schlenderte ich auch hier in das Innere des Städtchens, es war beschaulich und nur die Karawanne der Lustenaufans "störte" die fast dörfliche Idylle.
Im Stadion selbst dann ist man sofort im "Austriadorf". Als ich diesen Begriff zum ersten Mal gelesen habe, konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ein Dorf, na ja, so dolle wirds schon nicht sein! Ich habe mich getäuscht. Selten habe ich eine solche große Anzahl an Verkaufsständen der kulinarischen Art gesehen. Also ich bin auf rund zwölf Ausgabestellen gekommen, und dieses Angebot gilt anscheinend immer. Und das bei einem Schnitt von knapp 3.000 Besuchern. Es gab im Prinzip die klassische Stadionkost und noch viel mehr. Also das hat mich dann doch sehr, sehr positiv überrascht.
 
 
Das Reichshofstadion hatte früher eine Tartanbahn, diese wurde aber hinter den beiden Toren durch zwei Stahlrohrtribünen zugebaut. Auf der einen Seite ist die Heimat der Austriafans, auf der gegenüberliegenden Seite haben die Anhänger der Gäste ihren Platz. Der Verein plant in den kommenden Jahren einen kompletten Umbau an derselben Stelle. Alles soll neu werden. Im Moment sieht alles doch sehr improvisiert aus, dafür aber doch sehr traditionell und vor allem echt. 
 
Keep the faith. RaMü
 
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