Unsocial behavior
 
Hallo Bloggs. Es sollte ein chillige Fahrt werden, die Anreise nach Cheltenham. Nur 45 Minuten mit dem Zug, direkt von B'ham aus. Ich wählte einen etwas früheren Zug um das Städtchen zu erkunden, irgendwo gemütlich in einem Pub was essen und dann zum Ground schlendern. Das alles sollte nicht sein, es wurde etwas eng. Der Grund dafür war eine knapp zweistündige Verspätung welche dann zum Ende hin zwei Verursacher hatte. Ein mittleres Unglück im Bahnhof Cheltenham selbst und eben "unsocial behavior" im Zug. Natürlich ausgerechnet in dem Wagen, in dem ich saß. Zunächst hatte ich Glück, dass ich in B'ham einen Sitzplatz erwischte und mein Nebenmann ein Abo für Fussballspiele auf dem Tablet installiert hatte.
Der Reihe nach. Es waren im Prinzip nur noch wenige Minuten bis zum Bahnhof in Cheltenham da wurde der Zug langsamer und kam endgültig zum Stehen. Prompt kam dann auch die Durchsage, dass in Cheltenham ein Frachtzug ein "Unglück" hatte und zuerst dieses Problem beseitigt werden muss. Ok. Ist halt so. Das Blöde war nur, der Zug war echt voll, und es waren stehende Fussballfans im Zug. In meinem Waggon waren etwa zwanzig Fans von Derby County, welche ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel begleiteten. Nach ein paar Minuten wurde die Truppe unruhig und hatten sich Abwechslung ausgeguckt. Ich kenn ja den Ablauf und die genauen Vorgänge nicht, auf jeden Fall kamen dann zwei junge Frauen mit Tränen in den Augen den Gang vor und entfernten sich so von diesem Haufen. Die anderen Passagiere boten ihre Plätze an und die Supporters aus Derby wurden weiterhin lauter und begannen zu rauchen. Zumindest in der Toilette. Dann kam der Schaffner und zwängte sich durch die Menge auf dem Gang und ermahnte die Gruppe. Man nickte und es hielt nur wenige Minuten. Dann brach man eine Türe auf und diese öffnete sich durch den Gebrauch der Notfallwerkzeuge. Nun ging gar nichts mehr. Die roten Lampen sprangen an und der Schaffner kam erneut, mit Verstärkung. Eine letzte Ermahnung, dann fiel das Wort "British Transport Police" und "unsocial behavior" und "Arrest". Dann war Ruhe im Schiff, besser gesagt Zug. Ein Bahnbediensteter kam über die Gleise gerannt und schloß von außen die Türe wieder zu und kurz darauf auch Entwarnung, in Kürze geht es weiter. Na ja, es dauerte dann doch noch eine Viertelstunde bis der Zug letztlich dann doch wieder in Bewegung kam. Inzwischen schaute mein Nebensitzer das Spiel zwischen Luton und den Spurs an und er ließ mich großzügigerweise mitschauen. Im Bahnhof selbst mit seinen zwei Gleisen war dann ein Aufgebot der Polizei da und zwei oder drei Sportfreunde wurden befragt. Der Rest entfernte sich singend und machte sich auf den Weg ins Stadion. Ich im Windschatten hinterdrein. Aber schon nach zweihundert Meter trennten wir uns, ein kleiner Supermarkt weckte das Interesse der Meute.
Natürlich reichte es noch bis zum Match. Den Rundgang holte ich in verkürzter Form nach dem Spiel nach und gegen 20.00 Uhr waren dann auch die letzten Fans von Derby County auf dem Weg nach Hause. Ich genoß die Ruhe auf dem nunmehr beschaulichen Bahnhof. Tja, so ist das eben. "Football comes to town".
 
Keep the faith.
RaMü