Zwei Welten trennen nur 36 km.

Hallo Bluebloggs,

laut google maps sind es nur 36 Kilometer, von der Scholz Arena in Aalen zur Voith Arena in Heidenheim. 36 Kilometer sind eigentlich nicht viel, zumindest wenn man nicht zu Fuß unterwegs ist. Also nochmals, 36 Kilometer sind überschaubar und dennoch kann man auf der Ostalb zwei verschiedene Welten bestaunen, Fußballwelten allerdings. Zwar trennen die beiden Rivalen im Moment noch eine Liga, aber der FC Heidenheim macht sich auf, diesen Unterschied zu tilgen. Dann ist zumindest in der Ligazugehörigkeit ein Unentschieden erreicht, aber im ganzen Drumherum hat der Verein aus HDH schon längst den Club aus Aalen übertrumpft. Hier im Aalener Stadtteil Rohrwang heißt das Stadion Scholz Arena, wo Arena allerdings leicht übertrieben ist. Es ist ein Stadion, welches eine Mischung aus Tradition, Improvisation und relative Moderne darstellt. Alles wirkt wie ein Puzzle, nur zusammengeklaubt aus verschiedenen Motiven. Es hat ohne Zweifel seinen Reiz, es wirkt wie ein Fossil in den neuen Zeiten, wo man unpersönliche, austauschbare Stadien aus dem Boden stampft.

Die Voith Arena in Heidenheim bietet jetzt, kurz vor dem Abschluß der mehrjährigen Bauphase zwar nicht unbedingt den Anblick eines Fußballtempels, dafür ist das Ding zu klein. Aber man ist auf dem besten Wege dazu. Natürlich werden Neubauten immer nach dem neuesten Aspekt errichtet, beim Fußball gehört lobenswerter Weise ein Fanshop dazu. In Aalen werden die Fanutensilien aus einem besseren Campingwagen heraus verkauft, in Heidenheim gibt es einen kleinen, aber feinen Laden direkt vor dem Stadion, nebst Fankneipe. Hier ist alles clean, lediglich uralte Bretter an der Decke verströmen noch den Liebreiz des alten Albstadions. Irgendwie hat man innerhalb des Stadions vergessen, das Kiosk abzureisen, oder man hat in rührseliger Erinnerung an alte Zeiten mit Absicht die Würstchenbude stehen lassen. Es ist der einzige Überbleibsel aus Verbandsaligazeiten, Nut- und Federbretter aus den 80ziger Jahren und ein Bild vom ehemaligen Bayernschlußmann nebst Unterschrift erinnern noch an nebelverhangene Fußballtage auf der Alb. Sonst ist alles echt schnicke, wenn denn alles fertig ist. Anscheinend kennt der FCH keinen Stillstand. Jetzt hat man begonnen, die zunächst offenen Ecken mit Stehplätzen zu schließen. Anscheinend kommen die restlichen beiden Öffnungen auch noch dran, wenn man den Aufstieg in die zweite Liga geschafft hat. Hier ist man auf jeden Fall für die Lizenzvergabe gerüstet, während der VfR Aalen irgendwie noch 1000 fehlende Sitzplätze herzaubern muß. Die Voith Arena verfügt über richtige VIP-Plätze, welche auf einer ganze Tribüne entlang verteilt ist, alles ist auf einer Ebene. Bei den Weiß-Schwarzen mit dem DoppelAA kraxelt man zuerst bergauf vom VIP-Parkplatz, geht in den neuen VIP-Raum und muß dann wieder durch das Stehplatzpublikum auf die zugige Tribüne, welche erst im der Sommerpause mit neuen Ledersitzen bezogen wurde. Nun bin ich wahrlich kein Freund der VIP`s, obwohl ich schon mehrmals das kostenlose Vergnügen hatte, aber die ganze Prozedur wirkt doch umständlich, aber alles hat seinen Reiz. Wie gesagt, der Unterschied gilt auch für die Stehplätze, hier eine Stahlrohrtribüne mit Plastikbahnen als Dach und dort neue Stufen mit allem Komfort. Jedem das Seine !  

Vor ein paar Tagen war ich ja da, in Heidenheim. Ich war überrascht über den Fortschritt nach einem Besuch vor zwei Jahren und anscheinend ist das Ende des Baubooms noch nicht erreicht. Alles ist ja noch nicht fertig, man latscht noch über Schotter und Kabelreste, die Sitze sind noch nicht richtig geputzt, aber das wird schon noch. Gegen den SV Wehen-Wiesbaden kamen 8.800 Zuschauer und sahen ein 0:0, das nur einen klitzekleinen Rückschlag im Kampf um den direkten Aufstieg darstellt. In diesem Jahr sollte es eigentlich klappen. Allerdings in Sachen Support scheint der VfR Aaalen noch einen kleinen Vorsprung zu haben, zumindest bei den sogenannten Ultras. In HDH ist die Gruppe kleiner und hat noch nicht die Kondition für neunzig Minuten, zumindest war das bei diesem Match so. Da ist noch Nachholbedarf, ansonsten hat man auf den 36 Kilometer entfernten VfR Aalen schon einen Vorsprung, und den Makel des Klassenunterschiedes hat man eh im Sommer beglichen.

Bild: Voith Arena in Heidenheim

Bild: Seit dem Phantomtor wird besonders gut geprüft.

Bild: Kompletter Blick.

 

RaMü