Half price away !

Hallo Bluebloggs,

in England beginnt man sich wieder an die Ursprünge zu erinnern. Das waren früher volle Stadien und vor allen Dinge eine knisternde Stimmung, welche die gesamte Fußballwelt begeisterte. Vieles hat sich geändert, leider zum Negativen. Die Fanszene hat mit ihren brutalen Auswüchsen in den Achzigerjahren sich selbst begraben, der Staat reagierte mit Druck und schärferen Gesetzen. Die Abschaffung der Stehplätze wird auch heute noch als Hauptgrund für das sinkende Interesse der "working class" am Fußball gesehen, verbunden mit den hohen Eintrittspreisen. Leider stimmt es nur zu Hälfte, England produziert immer weniger selbst im eigenen Land und hat sich dem wechselvollen Bankleben und Dienstleistungen verschrieben. Die sogenannte "working class" hat sich also selbst dezimiert, die hohen Ticketpreise bleiben allerdings ein weiterer wichtiger Hinderungsgrund zum Besuch eines Stadions.

Immer lauter wird der Ruf zur Wiederbelebung der Stehplätze und mit der eingehenden Hoffnung auf sinkende Preise. Vorerst bleibt es aber bei den Sitzplätzen, allerdings wird das Stehen in bestimmten Plätzen nunmehr mehr toleriert als wie zum Beispiel noch vor zwei, drei Jahren. Die hohen Ausgaben speziell bei Auswärtsfahrten sind weiterhin ein Problem, welches die verschiedenen Clubs unterschiedlich angehen. Stoke City bezahlt seinen Anhängern die Busfahrten und bei ManCITY hat nun die Mannschaft mitsamt dem Trainerstab persönlich eingegriffen. Jeder spendet pro Monat rund 1000,-- € und somit wird eine Halbierung der Auswärtstickets erreicht. In den Genuß einer Reduzierung kommen allerdings nur die Inhaber einer GOLD-Dauerkarte. Die ist etwas teurer als der Durchschnitt, dafür gibt es aber auch mehr Nachlässe wie beim "Fußvolk". Hier gibt es aber keinen Unterschied zwischen den Preiskategorien. Welche Spiele bezuschusst werden sollen, wird noch auf der Homepage bekannt gegeben. Da bietet sich doch gleich das Match bei West Ham United an. Die verlangen doch tatsächlich pro Erwachsenen 52.-- BP, Britsh Pound, das sind rund 60,-- €. Die spinnen, die Hammers. Ok, es ist eine Art Topzuschlag dabei und überhaupt greifen die Clubs der Hauptstadt den Fans recht tief in die Taschen, vor zwei Jahren bezahlte ich für einen Kick zwischen Aufsteiger Queens Park Rangers und dem biederen Aston Villa 55,-- BP. Dafür saß ich dann in recht engen Stuhlreihen, die Knie schmerzten nach dreißig Minuten. Arsenal ist bekanntlich der teuerste Verein in der Premiership, da liegt ManCITY sogar im unteren Drittel. Hier kostet die günstigste Dauerkarte, also Sitzbereich, umgerechnet 330.-- €, bei 19 Heimspielen wohlgemerkt. Nun senkt man für bestimmte Spiele die Preise auf rund 28,-- €, zum Beispiel gegen Norwich City. Voraussetzung ist allerdings der Besitz einer ManCITYcard. Es tut sich also was auf der Insel, langsam aber sicher.

Bild: Das waren noch Zeiten, 1984 im Upton Park von West Ham United. Man beachte Teile des Zaunes links unten, die haben immerhin das Ding in den Vereinsfarben gestrichen. Originalbild von RaMü.

CITY  -  the only football team to come from Manchester

RaMü