Damals, RaMü als VIP beim DFB.

Hallo Bluebloggs,

bin ich froh, daß ich mich statt für das Länderspiel, Deutschland - Paraguay, für einen Tagesausflug mit meiner Frau entschieden habe. Sonst hätte ich gar einen Trip nach Kaiserslautern in Erwähung gezogen, so aber blieb mir ein Abend voller Ärger und Unzufriedenheit erspart. Eigentlich bin ich ja mehr ein Freund des Vereinsfußballs, die Nationalmannschaft ist für mich irgendwie in "weiter Ferne". Allerdings habe ich es doch mal geschafft, als sogenannter VIP ein Länderspiel zu besuchen und zwar in Stuttgart. Das kriegt nicht jeder hin und schon gar nicht bei einem Kracher wie einem Match gegen Brasilien. Möglich wurde es durch, ... ach lassen wir das. Es hat einfach mal geklappt, Punkt aus. 

Ausgerüstet mit der Einladung erhielt man am Eingang das obligatorische Bändchen um das Handgelenk und jetzt stand einem die große, weite Fußballwelt offen. Passend zum Gegner bot das Buffet allerlei Spezialitäten aus Brasilien bereit, da wären also; Pulpo mit Chorizo und weißen Bohnen. Oder Perlhuhngalatine mit Holunder-Pfeffer-Sauce. Wer mag Fisch; Südamerikanisches Welsfilet im Bananblatt mit Zuckererbsen und Gewürzreis.  Zum Nachtisch gab es Crema Brasilia, Kokossülze mit Mangogelee. Ich kann alle Köstlichkeiten gar nicht aufzählen.

Natürlich gab sich auch allerlei Fachpublikum die Ehre. Sämtliche Bundesligatrainer waren anwesend, Manager waren natürlich auch zuhauf da und Altinternationale gaben sich ein Stelldichein. Irgendwann ging es dann doch um Fußball, das Spiel wurde allerdings von einigen Personen schon jetzt als ärgerliche  Störung empfunden. Beim Absingen der Nationalhymnen erntete man fast schräge Blicke, lediglich die beiden Polizisten gleich neben mir auf der Treppe unterstützten mich bei meinen Gesangskünsten. Das Spiel war bekanntlich klasse, man gewann ja 2:1. In der zweiten Halbzeit waren dann doch recht viele Sitze um mich herum leer, das "Fachpublikum" zog die Tiefe des VIP-Raumes mit Pressing an der Bar den Sitzen auf der Tribüne vor. Viele hatten wirklich mit dem Geschehen auf dem Rasen nicht viel am Hut, andere Themen waren wichtiger.

Fazit: Es war wirklich toll und manchmal doch wirklich unwirklich. Soll heißen: In diesem Bereich findet man zwar schon Fußballfans, aber halt auf einem anderen Level. Einige Leute sind nur da, weil andere Leute auch da sind. Für den Fußballfan der "Kurve" sind an diesem lauen Sommerabend manche Vorurteile bestätigt worden, manche widerlegt worden.

Drei Tage später war ich dann beim VfB II gegen Wiesbaden, da bezahlte ich meine Bratwurst selbst und hockte im Stehplatz auf den Betonstufen. Welcher Kontrast.

RaMü

Bild: Infoblatt, Einladung & Speisekarte.

Bild: Allerlei Prominenz, Horst Hrubesch mit dem damaligen HSV-Trainer Michael Oenning. Der gute Mann war im "Training" da, kam wohl gerade vom "Platz".

Bild: Vor dem Spiel.